Schüler aus dem Uslarer Land packen Notfall-Koffer gegen Süchte

Lieber frei als high: Vier Tage ging es für 20 Schüler und ihre Lehrer im evangelischen Gemeindehaus um das Thema Suchtprävention. In Gruppen arbeiteten die Teilnehmer unter anderem an einem persönlichen „Notfall-Koffer“ aus Papier. Foto: Porath

Uslar. Der persönliche Notfallkoffer soll helfen, wenn es den Schülern schlecht geht. Sie packen ihn in Form von auf Papier gemalten und ausgeschnittenen Lieblingsdingen rein symbolisch beim Suchtpräventionsseminar der Schulen im Uslarer Land.

Unter dem Motto „Lieber frei als high“ sind es in diesem Jahr jeweils sechs Schüler des siebten Jahrgangs der IGS Bodenfelde und des Gymnasiums Uslar sowie acht Schüler der Oberschule, die sich mit acht Lehrerinnen und Lehrern für vier Tage zu dem Seminar im evangelischen Gemeindehaus zusammengefunden haben.

Für die Teilnehmer fällt an diesen Tagen die Schule aus. Sie sollen und wollen lernen, wie man Süchten vorbeugen kann, um ihre Eindrücke anschließend in der Schule an ihre Klassenkameraden weiter zu geben.

Mediensüchte kommen dazu

Die Schulen bieten das Seminar bereits seit Jahren an. Ging es früher vor allen um Drogensucht, kommen heute auch Mediensüchte zur Sprache. Denn auch das stundenlange Spielen am PC oder sich nur noch auf soziale Netzwerke zu konzentrieren, kann eine Sucht sein. Theoretisch wissen die Schüler Bescheid, zeigt die Sammlung von bekannten Süchten, die sie auf Karten sammeln.

Praktische Eindrücke vermitteln Gäste der Drogen-Therapieeinrichtung Neues Land aus Amelith. Die Begegnung mit ehemals suchtkranken Menschen und ihrer Lebensgeschichte in der Realität beeindrucke die Schüler besonders, berichtet Ulrike Fiedler vom Gymnasium. Sie erfahren, dass die soziale Integration seine wichtige Rolle für die Entstehung von Süchten spielt.

Wer zu keiner Gruppe gehört und sich ausgeschlossen fühlt ist ebenso gefährdet wie derjenige, der nicht ausgeschlossen werden möchte und sich deshalb dem Gruppenzwang fügt. Ein Rollenspiel vermittelt, wie es sich anfühlt, ausgeschlossen zu sein. Für die meisten Teilnehmer eine durchaus ungewohnte Erfahrung, so Ulrike Fiedler.

Unterstützt werden die Lehrerinnen und Lehrer, die das Seminar begleiten, von der Polizei und der Lukas-Werk Suchthilfe. Finanzielle Förderung gibt es von der Kreis-Sparkasse Northeim, dem Landkreis und den Fördervereinen der beteiligten Schulen.

Alle zusammen helfen so mit, dass jeder Schüler und jede Schülerin nach vier Tagen einen, wenn auch symbolischen, Notfallkoffer oder persönlichen Glückstank mit nach Hause nehmen kann.

Darin haben die Teilnehmer Symbole für Dinge gesammelt, die ihnen gut tun und ihnen helfen, sich wohl zu fühlen. Was sie im Seminar erfahren haben, werden sie in den nächsten Wochen in drei Doppelstunden an ihre Klassenkameraden weitergeben. (zyp)

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