Uslarer Buchhalter griffen damals bei der Fortbildung als Ausgleich zu den Karten

Skatfreunde seit 50 Jahren

Treue Skatrunde: Diese ehemaligen Bilanzbuchhalter spielen seit 50 Jahren zusammen Karten. Im Bild (von links) Peter Gleisberg, Ortwin Mecke, Gerd Lütge und Bertold Tecklenburg. Foto: Schneider

Uslar. Den ganzen Tag nur Zahlen und Bilanzen, zudem zweimal die Woche Bilanzbuchhalter-Seminar in Göttingen. Als die Uslarer Jungs Gerd Lütge, Bertold Tecklenburg und Ortwin Mecke im Oktober 1963 keine Zahlen mehr sehen konnte, kamen die Karten auf den Tisch. Sie spielten Skat. 50 Jahre später sind die drei Rentner und müssen nicht mehr mit Zahlen jonglieren. Sie spielen aber immer noch Skat.

Die Lieben zum Lieblingskartenspiel der Deutschen hat 50 Jahre gehalten. Alle zwei Wochen spielen Lütge, Tecklenburg und Mecke sowie der seit dem Jahr 2000 dazugehörende Peter Gleisberg Skat. Lütge (72) war bei der Eisengießerei Schneider tätig und ist derzeit Ortsbürgermeister in Uslar. Bertold Tecklenburg (73) war bei der Brauerei Haffner tätig und deshalb gut bekannt. Ortwin Mecke (73) verbrachte seine Berufsleben bei der bekanntesten Uslarer Firma: Den Ilse-Werken. Peter Gleisberg (75) arbeitete bei Bosch in Göttingen.

Mit dem Rad bis Venedig

Wenn bei den Buchhaltern die Karten auf den Tisch kommen, wandern die Einsätze in die Kasse und werden dann verwendet, wenn die Uslarer Skatbrüder einmal im Jahr gemeinsam auf Tour gehen. Und zwar auf Fahrradtour. Auch da zeigen die Skatfreunde aus Uslar große Beständigkeit: Im Jahr 2000 legten sie die Strecke von Innsbruck bis Venedig mit dem Rad zurück, im vorigen Jahren standen auf der Tour von Bamberg nach Frankfurt/Main 419 Kilometer auf dem Tacho.

Die erste Tour ging 1968 nach Berlin – damals üblicherweise noch mit dem Flugzeug von Hannover in die damals zweigeteilte Stadt. Alle können sich noch gut erinnern, berichtet Gert Lütge von der großen Truppenparade und der 68er-Demo: „Die Studenten machten ganz schön Terror.“

Die Skat-Abende finden reihum bei den Buchhaltern statt und sind immer mit einem Essen verbunden. Und zum Skat gibt es dann ein Bier. Auf dem Gebiet üben sich die Skatfreunde aber in Zurückhaltung. Früher, ja, da habe man auch mal einen getrunken, aber nie extrem, versichern sie. Heute ist es höchstens ein Bier, versichern sie.

Listen von Anfang an

Die Zahlen von den Skatrunden werden akkurat – wie sich das für Buchhalter gehört – in einer Liste festgehalten. Denn die Einsätze werden auf den Touren ausgeschüttet: „Wenn wir mal einen zwischentrinken“, berichtet Gerd Lütge.

Aus der Skatrunde hat sich übrigens noch ein zweiter Kreis entwickelt.: Die Ehefrauen treffen sich während der Skat-Abende der Männer auch: früher zum Handarbeiten, heute zum Rommee-Spielen. Und das alles soll auch noch lange so bleiben.  (fsd)

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