Altes Handwerk wiederbelebt

Der Delliehäuser Meiler kohlt wieder

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Delliehäuser Köhler: Christian Brüll (von links), Maik Olschewski, Luca Kempf, Mika Hengst und Clemens van Valderen.

Delliehausen. Für den Solling-Heimatverein Delliehausen ist die wohl arbeitsintensivste Zeit des Jahres angebrochen: Der Meiler ist angezündet und muss zehn Tage rund um die Uhr betreut werden, damit am 16. und 17. Juni die gute Delliehäuser Holzkohle geerntet werden kann.

Der Auftakt mit dem weithin bekannten Meilerfest an der Köhlerhütte und dem Anzünden als Höhepunkt verlief vielversprechend und lockte über den Tag schätzungsweise 600 Besucher an. Bei herrlichem Sonnenschein entzündeten Luca Kempf und Christian Brüll das Feuer, damit die Verkohlung im Meiler in Gang gesetzt wurde. Oben auf dem Meiler saß Köhler Maik Olschewski und schaute in den Quandelschacht, ob auch alles wie geplant vonstattenging.

Bald schon stieg Rauch empor: Das Anzünden hat funktioniert, und die junge Köhlertruppe verrichtete die nächsten wichtigen Arbeitsschritte, die hauptsächlich darin bestehen, den Meiler abzudichten, damit die Verkohlung in Gang gesetzt wird. Sie wird in den nächsten zehn Tagen nur per Luftlöcher gesteuert.

Landrätin schaute zu

Das ist die Kunst der Köhlerei, berichtete zu Anfang des Meilerfestes Winfried Müller, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins hochoben vom Meiler, nachdem er die Gäste und Zuschauer begrüßt hatte, darunter Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, der erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer, Uslars Bürgermeister Torsten Bauer und Delliehausens Ortsbürgermeisterin Mareile Molthan.

Müller informierte wie immer kenntnisreich vom Köhlerhandwerk, das im 17. und 18. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte, und seine Bedeutung für Delliehausen und das Uslarer Land. Genesungswünsche schickte er an Wolfgang Kahnert, der als verantwortlicher Köhler krankheitsbedingt ausfällt. Müller wies zudem auf das Programm des Tages hin, mit dem der Solling-Heimatverein mit 50 Helfern einmal mehr das Meilerfest umrahmte.

So spielte das Bläserkorps der Jägerschaft Uslar zum Anzünden, zudem stellten die Jäger ihr Mobil „Lernort Natur“ an der Köhlerhütte auf. Dort ging es traditionell mit dem Freiluft-Gottesdienst unter Leitung von Pastor Karl-Otto Scholz und Beiträgen des Posaunenchors Volpriehausen und des Gesangvereins Delliehausen weiter.

Zur Unterhaltung boten die Gastgeber zudem den Musikzug des TSV Lauenberg, Stockbrotbacken und Kinderschminken sowie Erbsensuppe als Traditionsessen der Köhler, Gegrilltes, Mett in Folie aus dem Lagerfeuer und Kaffee und Kuchen an.

Beachtliche Resonanz

Am Nachmittag rückte dann nochmals der Meiler in den Blickpunkt der Besucher: Er wurde geöffnet und der Quandelschacht verfüllt, über den er angezündet worden war. Immer wieder kamen Besucher und ließen sich alles erklären. Die Resonanz war beachtlich, freute sich Vorsitzender Wolfgang Boeder vom Solling-Heimatverein. Bisher läuft alles wie gewünscht, sagte Boeder. Jetzt richtet sich der Blick täglich auf den Meiler: morgens, mittags und abends wird er kontrolliert.

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