Sonderausstellung über Eisen aus Uslar: Sollinger Hütte prägte die Region

Hergestellt in Uslar: Auch dieses Kanonenrohr wurde in der Sollinger Hütte gefertigt. Foto: Dumnitz

Uslar. Mit „liebe Hüttjer“ begrüßte der in Uslar lebende Dr. Joachim Braun am Sonntag die Gäste im alten Rathaus, die zur Ausstellungseröffnung der Sonderschau 300 Jahre Eisen aus Uslar gekommen waren.

Dr. Braun ist als beratender Ingenieur bei dem Hütten-

Unter ihnen etliche ehemalige Mitarbeiter der Sollinger Hütte, die das Leben der Menschen in der Region über viele Jahrzehnte mit geprägt hat.

Nachfolgeunternehmen Mageba Deutschland in Göttingen tätig. Hauptsitz der Mageba ist in Bülach (Schweiz). Braun bedauerte, dass der Name Sollinger Hütte in dem Unternehmen keine Rolle mehr spielt und der Firmensitz im Januar 2013 nach Göttingen verlegt worden ist. Mit den bis zu 80 Mitarbeitern sei man jetzt wieder „auf einem guten Weg mit einer Produktentwicklung und gemeinsamen Perspektiven.“

Braun erinnerte unter anderem an das soziale Engagement von Ex-Firmenchef Hans-A. Kampmann unter anderem für das Albert-Schweitzer-Familienwerk. Nicht unkritisch äußerte er sich über die späteren Besitzer der Hütte aus England, den USA und Österreich. Einige Besitzer hätten als Global Player nicht gewusst, was sie in Uslar überhaupt gekauft hätten und durch ihre Firmenpolitik das Unternehmen arg ins Schlingern gebracht.

Auch Uslars Bürgermeister Torsten Bauer bedauerte, dass das Traditionsunternehmen „trotz großzügiger Angebote“ nicht mehr in Uslar angesiedelt sei. Sich des Themas „Eisen aus Uslar – 300 Jahre Eisenverarbeitung im Solling“ mit einer Museums-Sonderausstellung dennoch anzunehmen mache aber Sinn, weil die Sollinger Hütte (zunächst preußischer Staat, seit 1909 in Privatbesitz) und die Eisengießerei Schneider (seit 1924) das Leben vieler Menschen und Familien im Uslarer Land teils über mehrere Generationen mit geprägt haben, sagte Bauer in seiner Rede vor rund 130 Zuhörern.

Bürgermeister Bauer erinnerte an die Anfänge im Jahr 1715, als das Kurfürstentum Hannover in Uslar eine Eisenhütte gründete, um den Menschen in der als Armenhaus geltenden Region Arbeit und Nahrung zu verschaffen.

In den Jahren des Ersten Weltkrieges seien sogar Granaten und Kanonen in Uslar hergestellt worden, wie unter anderem durch Bilder dokumentiert wird. Viele Exponate seien zudem von Privatleuten bereitgestellt worden.

Nach einem geschichtlichen Abriss von Museumsleiter Dr. Daniel Althaus sahen sich die Gäste die Ausstellung im Museum an, die noch bis zum 15. November zu sehen ist. (jde)

 

Museum Uslar, geöffnet Dienstag bis Donnerstag von 15 bis 17 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr, Samstag und Sonntag von 15 bis 17 Uhr, Telefon 05571-307142.

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