Anwohner zu alt für Gartenarbeit: Stadt Uslar sucht Paten gegen Wildwuchs

Dinkelhausen. Der Ortsrat Dinkelhausen klagt wie viele andere Ortsräte darüber, dass das Geld von der Stadt Uslar nicht ausreicht, vor allem für die Unterhaltung von Straßen und Wegen. Und: Altersbedingt können immer mehr ältere Anwohner Grünflächen nicht mehr pflegen.

Außerdem haben sie niemanden, der sich kümmert.

Ein Fall wurde im Ortsrat Dinkelhausen deutlich: Ein Einwohner, der bisher immer auch den städtischen Grünstreifen vor dem Hof, auf dem er wohnt, gemäht hat, kann diese Aufgabe gesundheitsbedingt nicht mehr wahrnehmen. Und die Hofbesitzer leben weit, weit weg. Die Frage lautete: Wer übernimmt künftig die Pflege solcher Grünstreifens?

Ortsbürgermeister Dietrich Klinkermann verlas, was die Stadt Uslar dazu sagt: Sie könne zusätzliche Grünflächenpflege nicht übernehmen, aus finanziellen und personellen Gründen, wie aus einer Erklärung von Petra Möhle von der Stadtverwaltung hervorgeht. Vielmehr sollten sich die Ortsräte in solchen Fällen Gedanken machen und nach Einwohnern suchen, die Patenschaft übernehmen würden.

„Damit wäre uns als Stadt sehr geholfen“, sagte Petra Möhle auf Nachfrage zu der Situation, die sich in Zukunft öfter ergeben werde, als allen lieb ist. Die Stadt könne nicht nur aus personellen und finanziellen Gründen nicht einschreiten, sie könne es vor allem aus Gründen der Gleichbehandlung nicht machen. Deshalb betonte Möhle, dass die Stadt auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen sei.

Es gibt aber auch noch Plan B. Wenn sich nämlich keine Paten finden, dann müsse die Stadt aus Verkehrssicherungsgründen zwei bis dreimal im Jahr bei betroffenen Grundstücken einschreiten. Dann würden aber nur bestimmte Stellen, zum Beispiel an Kreuzungen, freigeschnitten und gemäht.

Es bestünde auch noch Verhandlungspotenzial in Sachen Mähplan. Für jeden Ortsteil besteht solch ein Plan, auf dem vermerkt ist, dass bestimmte öffentliche Flächen regelmäßig vom Bauhof gemäht werden. Auf dem Gebiet könne man Flächen herausnehmen und neue aufnehmen. Allerdings sollte sich das Tauschen die Waage halten.

In Dinkelhausen wurde das Problem in dem einen Fall noch nicht gelöst. Dafür aber war sich der Ortsrat einig, die Reparaturen der Straßen und Wege 2015 fortzusetzen, auch wenn er weiß, dass das Geld nicht ausreiche. Ihm stehen dafür nächstes Jahr wie zuletzt insgesamt 4000 Euro an Ortsratsgeld zur Verfügung. (fsd)

Rubriklistenbild: © dpa

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