Versorger erhält Wegenutzungsrecht für Stromnetz in 17 Uslarer Ortsteile

Stadtwerke Uslar expandieren

Dürfen künftig viel mehr Stromnetze nutzen: Die Stadtwerke Uslar GmbH haben die Stromkonzession für 17 Uslarer Ortsteile und damit das Wegenutzungsrecht für die Leitungen erhalten. Archivfoto: dpa

Uslar. Die Mehrheit des Uslarer Stadtrates hat der Neuvergabe der Stromkonzession an die Stadtwerke Uslar GmbH für die nächsten 20 Jahre für 17 Ortsteile im Uslarer Land zugestimmt.

Dabei geht es nicht um die Stromlieferung, sondern um die Vergabe der Wegenutzungsrechte. Diese sind wiederum Grundlage für Verkaufsverhandlungen mit der Eon-Mitte AG über das Stromnetz.

21 Ratsmitglieder nahmen an der Abstimmung im alten Rathaus teil, 19 stimmten für die Neuvergabe, zwei (UWG) waren dagegen. Acht anwesende Ratsmitglieder hatten die Versammlung wegen Befangenheit in Richtung Zuhörerschaft verlassen. Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph sieht das als ganz große Chance zur Expansion für die Stadtwerke an, die so nicht nur Arbeitsplätze sicherten, sondern sich zugleich ein vergrößertes Arbeitsgebiet erschließen können. Bisher sind die Stadtwerke nur für das Netz im Stadtgebiet und in Allershausen zuständig. Von der Erweiterung der Stadtwerke profitiert zudem der Haushalt der Stadt.

Seit 2009 wurde die Vergabe verhandelt, sagte Rainer Steckel als Leiter der Stadtverwaltung während der Ratssitzung. Von einst sieben Bewerbern seien die Stadtwerke und die Eon übriggeblieben. Nach einem ausgeklügelten Bewertungssystem erreichten die Stadtwerke 96 von 100 möglichen Punkten, die Eon-Mitte AG lag bei 83 Punkten.

Die Zustimmung der Kommunalaufsicht des Landkreises vorausgesetzt, werden die Stadtwerke demnächst mit der Eon-Mitte in Verkaufsverhandlungen treten. Dabei geht es um Millionen Euro, die die Stadtwerke finanzieren müssen. UWG-Sprecherin Heidemarie Steingräber war der Ansicht, dass das Vertragswerk noch nicht abstimmungsreif sei, weil ihrer Ansicht nach nicht alle rechtlichen Konsequenzen geklärt seien. SPD-Fraktionsvorsitzende Sonja Gierke vertrat die Auffassung, dass die Übertragung der Konzession eine Stärkung der Stadtwerke ist und das Vertrauen in die gute Arbeit unterstreiche. Gerd Kimpel von der CDU-Fraktion sagte, dass dieser Schritt wichtig für den Bestand der Stadtwerke sei.

Über die Kernstadt und Allershausen hinaus liefern die Stadtwerke seit dem 1. April 2011 Strom an ihre Kunden. Das sind rund 650 Neukunden. Für die Nutzung des Netzes müssen sie eine Miete an den Netzbetreiber (Eon-Mitte) zahlen. Auch deshalb sei der Netzkauf eine Zukunftssicherung für die GmbH, sagte Martin Adolph gegenüber der HNA. (jdx)

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