Stadtwerke Uslar verkaufen ab dem neuen Jahr nur noch grünen Strom

Martin Adolph

Uslar. Gute Nachrichten verkündete Martin Adolph, Geschäftsführer der Stadtwerke Uslar GmbH zum Jahreswechsel: Der Uslarer Stromlieferant stellt komplett auf CO2-neutrale Energie um. Und: Die Preise werden nicht erhöht.

Eingekauft haben die Stadtwerke Strom, der zu 100 Prozent aus Wasserkraft gewonnen wird. Den Einkauf an der Strombörse nahmen die Uslarer mit den Stadtwerken Einbeck gemeinsam vor.

Der bisherige Sollingstrom mit dem Namen Natur-Watt gibt es nicht mehr, nur noch den CO2-neutralen Sollingstrom, der zuvor auch der meistgewählte Tarif der Uslarer Stadtwerke war. Sein Preis bleibt für dieses Jahr: 89,54 Euro Grundpreis plus 26,25 Cent pro Kilowattstunde Arbeitspreis.

Mit diesem Angebot liegen die Stadtwerke im Vergleich mit anderen Stromlieferanten im vorderen Drittel, berichtet Adolph. Die Stadtwerke hätten auch auf den Schritt zum kompletten Ökostrom verzichten können, machen es aber aus Überzeugung und stehen alle dahinter, sagt Martin Adolph. Zudem passe die Umstellung auf CO2-neutralen Strom auch gut zum Klimaschutzprojekt, mit dem die Stadt Uslar begonnen habe.

39 000 Tonnen Kohlendioxid

Der Stadtwerke-Geschäftsführer kann dazu mit einer imposanten Zahl aufwarten: Über drei Jahre gerechnet, vermeide man laut Adolph durch den Verkauf von Ökostrom 39 000 Tonnen CO2 (Kohlendioxid), die sonst für die Energiegewinnung in die Umwelt gelangt wären.

Zum Vorranggebiet beim Stromverkauf durch die Stadtwerke gehören neben der Stadt Uslar noch Oberweser, Wahlsburg und Bodenfelde. Die Zahl der Haushaltskunden liegt bei 5000. Geschäftsführer Adolph spricht von einem leichten Plus mit Blick auf den Trend. (fsd)

Bauprojekte für 2,1 Millionen Euro

In diesem Jahr stehen für die Stadtwerke Uslar Baumaßnahmen in Höhe von 2,1 Millionen Euro im Bereich Strom, Wasser und Abwasser auf dem Programm.

Die größten Brocken sind nach Angaben von Geschäftsführer Martin Adolph die Anteile der Stadtwerke bei der Erneuerung der Bundesstraße 241 vom Kreisel zur Sollinger Oberhütte mit einem Umfang von einer halben Million Euro. Außerdem sind die Stadtwerke bei der Sanierung der Wiesenstraße im Boot, für die in diesem Jahr der Baubeginn vorgesehen ist.

Außerdem sind die Planungen für die Erneuerung von Hochbehältern angelaufen. 2017 und 2018 stehen neue Hochbehälter für Gierswalde und Delliehausen auf dem Arbeitsplan. Altersbedingt sind beide Anlagen fällig, sagt Adolph.

Gierswalde ist zudem bedeutsam als Pumpbehälter für die Versorgung des Schwalbendorfs und der Bollert-Ortsteile Delliehausen und Volpriehausen mit Italwasser. Schlarpe wird weiterhin aus einem eigenen Brunnen versorgt.

Auf der Kläranlage bei Schoningen wird die so genannte Co-Vergärung forciert. Dort soll dieses Jahr der Regelbetrieb anlaufen, so dass über die Gase aus dem Faulturm das Blockheizkraftwerk 50 Prozent des benötigten Stroms selbst produziert wird, das sind etwa 400 000 Kilowattstunden.

Außerdem bauen die Stadtwerke derzeit ihren Kundenservicebereich am Stammsitz an der Alleestraße um. Der Umbau hat bereits begonnen, wird nach Fertigstellung der Jahresabschlussrechnungen, die derzeit Vorrang haben, fortgesetzt.

Die Uslarer Stadtwerke GmbH beschäftigen 25 Mitarbeiter, der Abwasserbetrieb, den die Stadtwerke mit der Stadt bilden, elf Mitarbeiter.

Bedeutung als Auftraggeber

Die Uslarer Stadtwerke sind nicht nur Strom- und Trinkwasserlieferant, kümmern sich ums Abwasser und bieten in Kooperation mit Einbeck auch den Vertrieb von Gas an. Ihnen komme auch eine anhaltend wichtige Bedeutung als Auftraggeber und Arbeitgeber vor Ort zu, sagt Martin Adolph. Bei der Vergabe von Aufträgen mit einem Umfang von jährlich etwa 650 000 bis 700 000 Euro profitierten vornehmlich regionale Firmen. Das sei Wertschöpfung vor Ort und Arbeitsplatzsicherung. (fsd)

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