Therapie aus Sucht und Drogenabhängigkeit ist Kernaufgabe des Vereins Neues Land

Startpunkt in neues Leben

Arbeiten in der christlichen Drogentherapieeinrichtung Neues Land: Der leitende Arbeitstherapeut Clemens Mauser (links) und Einrichtungsleiter Eberhard Ruß. Foto: Dumnitz

Amelith. Die Gebäude des Vereins Neues Land an der Langen Straße in Amelith sollen für die Therapie-Gäste keine Einbahnstraße sein. So bringt Einrichtungsleiter Eberhard Ruß (51) die Arbeit gegen Sucht und Drogen auf den Punkt. Ruß bildet seit 2012 mit Michael Lenzen (Hannover) und Erhard Nack (Schorborn) das hauptamtliche Vorstands-Trio.

Bei der Arbeit im Neuen Land gehe es um die Entwicklung von Lebensperspektiven für die ehemaligen Drogenabhängigen. Erst wenn sie eine medizinische Entgiftungsbehandlung hinter sich und für eine Therapie entschieden haben, werden sie aufgenommen. „Für viele ist unsere Einrichtung ein Start in ein neues selbstbestimmtes Leben“, sagt Ruß. Um aus der Sucht auszusteigen, seien viele eigene Schritte nötig. 15 Männer und acht Frauen teils mit Kleinkindern werden in Amelith für sechs bis neun Monate betreut. Auch in der Nachsorge, die mitunter ein bis zwei Jahre dauern kann.

Um die Drogenabhängigen von der Straße zu holen, sind laut Ruß 100 Ehrenamtliche hauptsächlich in der Landeshauptstadt Hannover für das Neue Land unterwegs. Zusammen mit den 43 hauptamtlich Mitarbeitern geht es im Auffanghaus (Wohnungslosenhilfe mit zwölf Plätzen für bis zu drei Monate) in Hannover und später in den Therapieeinrichtungen in Amelith (30 Plätze) und Schorborn (15 Plätze) stets um die Motivation der Leute für den Ausstieg. Oft spiele Resignation eine große Rolle im Leben der Betroffenen, die heute nach Einschätzung von Ruß nach Veränderungen in der Szene eine bessere Überlebenschance haben als noch vor wenigen Jahren. Landesweit gebe es weniger Drogentote.

Ziel, Hoffnung, Perspektive

Das Neue Land bemühe sich, Ziele mit den „Gästen“, wie die Ex-Junkies genannt werden, zu entwickeln sowie Hoffnung, Perspektiven und Stärken zu finden. In Amelith funktioniert das laut Einrichtungs-Mitarbeiter Andreas Loewe unter anderem über die Arbeitstherapie in verschiedenen handwerklichen Bereichen und im Hofcafé.

Da komme es außerdem zu unkomplizierten Begegnungen zwischen den „Gästen“ und Menschen, die sich für das christliche Drogenprojekt interessieren. Auch Ehrenamtliche machen im Hofcafé mit (samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet). Engagiert ist das Neue Land zudem etwa beim Förderverein des Freibades Bodenfelde und bei Arbeitseinsätzen.

Derzeit wird eine gemeinnützige GmbH vorbereitet, in der die „Gäste“ unter dem Dach des Neuen Landes durch verschiedene Arbeiten auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollen. Laut Loewe werde in Amelith mit bis zu 15 Arbeitsplätzen geplant.

Zu einem Drittel wird die Arbeit der Einrichtung über Spenden finanziert. Um an Geld zu kommen, lädt Christian Reinhardt, der jüngst Deutschland mit dem Fahrrad für Spenden umrundete, für den 9. September zu einem Sponsorenlauf am Maschsee in Hannover ein. (jde)

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