Beweidungsprojekte im Solling: Stiftung hilft dem Hutewald

Fressen für den Landschaftsschutz: Die Exmoorponys sind eine besonders robuste Pferderasse, die ihren Lebensraum im Hutewald und auf offenen Landschaftsweiden haben. Archivfoto: Dumnitz

Neuhaus. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung springt ein, damit der Zweckverband Naturpark Solling-Vogler zusammen mit dem Projekt Weidelandschaft und seiner Weidegenossenschaft weiterhin seine Aufgabe als Landschaftspfleger erfüllen kann.

50 000 Euro hat es gegeben, weil es eine große Finanzierungslücke gab.

Der Naturpark betreibt seit 2008 mit aktuell 84 Rindern und 30 Exmoorponys verschiedene Beweidungsprojekte neben dem Hutewald im Solling. Die bisherige Förderung mit Geld der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen lief bereits Ende 2013 aus. Und eine Anschlussfinanzierung kam wegen Verzögerungen in der EU- Gesetzgebung für die ländliche Entwicklung nicht zustande, heißt es in einer Pressemitteilung von Naturpark-Geschäftsführer Kurt Hapke.

Erst dieses Jahr werde wohl mit Geld für das Management in Großschutzgebieten zu rechnen sein. Hapke ist froh, dass die Stiftung eingesprungen ist.

„Damit wollen wir verhindern, dass das beispielhafte und erfolgreiche Projekt gefährdet wird, bevor die zu erwartende Förderpolitik von EU und dem Land Niedersachsen wieder greift, sagte Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Die extensive Pflege einer Kulturlandschaft ist in der Solling-Region insbesondere auf schutzwürdigem Extensiv-Grünland nicht rentabel, meint Hapke.

Während die Bedingungen etwa auf großen Rinderfarmen in Ostdeutschland sehr günstig sind, ergeben sich beim Offenhalten der Landschaft mit Weidetieren auf 90 Hektar mit kleinen Flächen an Hängen, mit sehr feuchten Auen und nährstoffarmen Naturschutzflächen Erschwernisse, die nur mit Unterstützung auszugleichen sind.

„Wir müssen deshalb Strategien und Instrumente entwickeln, die den Erhalt des Grünlandes als Landschaftsbild dauerhaft absichern“, sagt Hapke als Geschäftsführer des Zweckverbandes. Die seit 2008 bestehende Weidegenossenschaft könne ein Baustein für diese Zielsetzung sein.

Mit dem Geld der Stiftung kann dieses beispielhafte Projekt fortgesetzt werden, in dem sich verschiedene Akteure aus der Landschaftspflege organisieren, die seit mehreren Jahren erfolgreich mit dem Einsatz von Exmoorponys, Rindern, Schafen und Ziegen eine extensive Beweidung zur Förderung von Biodiversität und einer offenen, kleinteiligen Landschaft betreiben.

Die Bingo-Umweltstiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. (jde)

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