Streit um Hallenbau in Vahle

Erhitzt die Gemüter: Das Anwesen und seine Zukunft am Pläckenweg in Vahle. Foto: Dumnitz

Vahle. Die Zukunft eines teilweise bebauten Grundstücks am Pläckenweg in Vahle erhitzte am Dienstag die Gemüter. In der öffentlichen Sitzung des Ortsrates ging es im Dorfgemeinschaftshaus um die Meinung des Ortsrates zu dem möglichen Verkauf des Anwesens.

26 Zuhörer interessierte das Abstimmungsergebnis, dem eine lebhafte Diskussion vorausging.

Um was geht es? In einem stallähnlichen Gebäude am Pläckenweg leben seit einigen Jahren Tiere und Menschen unter einem Dach. Diese Zustände beschäftigten den Ortsrat in der Vergangenheit öfter. Jetzt will das Paar das Anwesen und Vahle verlassen, Gebäude und Grundstück stehen zum Verkauf.

Ein 25-jähriger Vahler, der seit einiger Zeit einen Gewerbebetrieb mit Service rund um Haus und Garten angemeldet hat, hat Interesse an dem Areal. Sein Vater will das Anwesen kaufen und eine acht mal 20 Meter große Halle für Gerätschaften, Fahrzeuge und Maschinen errichten.

Die Gebäude sollen gewerblich genutzt und ans öffentliche Versorgungsnetz (Strom, Wasser, Abwasser) angeschlossen werden. Bisher hat der junge Mann seine Sachen nach Darstellung des Vaters an verschiedenen Stellen im Dorf untergestellt. Und sich offenbar durch Lärm und andere Belästigungen manchmal Ärger mit Nachbarn eingehandelt. Die Rede war unter anderem von lauten Arbeiten bis spät in die Nacht.

Und wegen eben dieser Vorgeschichte befürchten einige Einwohner durch den Hallenneubau eine Verlagerung der Probleme, wie in der Diskussion deutlich wurde. Ein direkter Nachbar setzte sich für das Vorhaben des 25-jährigen ein. 33 Einwohner des 241-Seelen-Dorfes hätten die Dienste des Mannes bereits in Anspruch genommen. Er verstehe deshalb die Ablehnung nicht. Das Dorf könne von dem Plan profitieren, meinte eine andere Einwohnerin.

Auch der Vater des 25-jährigen sagte, dass sein Sohn doch mit zunehmendem Alter auch vernünftiger werde. Schließlich hätte auch jeder die Möglichkeit, rechtliche Schritte gegen in der Mittagszeit Rasen mähende Nachbarn einzuleiten.

Sein Sohn werde sich wohl an die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Lärm und Belästigungen halten, sagte der Vater in der Ortsratssitzung. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er bei einer Ablehnung des Vorhabens alle rechtlichen Möglichkeiten vom Widerspruch bis zur Klage anstrengen werde. Schließlich suche der 25-Jährige seit langer Zeit eine feste Bleibe für die weitere Existenz.

Zustimmung vom Ortsrat

Vor der Abstimmung machte Ortsbürgermeister Klaus Horstmann deutlich, dass der Landkreis über den Bauantrag entscheide und der Rat der Stadt über das Vorhaben. Der Ortsrat solle lediglich sein Votum abgeben, ob das Grundstück entbehrlich sei. Zustimmung gab es in der offenen Abstimmung von Horstmann und Mark Baller, dagegen war Alfred Hoheisel. Stefan Emunds und Martin Sauermann enthielten sich. Damit stimmte der Ortsrat dem Vorhaben mehrheitlich zu. (jde)

Von Jürgen Dumnitz

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