Aktionsprogramm gegen das Stigma der Volkskrankheit – Tross machte Station in Uslar

Tandem gegen Depression

Ankunft in Uslar: Die derzeitigen Teilnehmer der Mood-Tour gegen das Stigma der Depression kurz nach ihrer Ankunft in der Fußgängerzone in Uslar, Zweiter von links ist Initiator Sebastian Burger. Foto: Schneider

Uslar. Sie haben sich mehrere Stunden lang von Holzminden über Lauenförde hoch in den Solling nach Uslar gequält. Auf Tandems. Die 60-Kilometer-Etappe an diesem Tag ist eine von zwölf und führt 7000 Kilometer durch Deutschland. Das Ganze ist ein Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung.

Die Aktion nennt sich Mood-Tour und will Stimmung und Mut machen, wie der Initiator der Aktion, der Künstler Sebastian Burger, in Uslar mit seinem Team erklärt. Es geht darum, den Menschen die Angst vor der Volkskrankheit Nummer eins mit vier Millionen Betroffenen in Deutschland zu nehmen und bei Betroffenen durch Sport und das Gemeinschaftserlebnis die Stimmung (Englisch: Mood) zu heben.

Heil- und kontrollierbar

Auf den Etappen sind immer Teams unterwegs mit Menschen, die Depressionserfahrung haben und auch mit Mitfahrern ohne solche Erfahrungen. Die Botschaft der Tour lautet auch, dass Depression heilbar und kontrollierbar ist und Nichtbetroffene aufgerufen sind, den Betroffenen Zeit zu geben geduldig zu sein, sagt eine junge Frau aus dem Tross bei der Ankunft in Uslar. Es geht um mehr Akzeptanz und vor allem um die gesellschaftliche Anerkennung von Depression als Krankheit, die mehr sei als eine schlechte Laune oder Phase.

Die Mitfahrer, die in Uslar pausieren und Erfahrung mit Depression haben, sagen es offen und frei heraus. Sie zeigen mit einer symbolischen Geste beim Fototermin gleich nach der Ankunft aber auch, dass viele Betroffene anonym bleiben und eine Maske tragen. Eine der Mitfahrerinnen versteckt sich hinter einem Smiley. Wenn das nicht mehr passiere, dass man sich verstecken müsse, wäre man einen riesigen Schritt weiter. Doch leider sei man davon noch weit entfernt, heißt es.

Die Mood-Tour steuert dem entgegen und bietet zudem Interessenten an, die Tour auf bestimmten Etappen zu begleiten. Für die nächste sind noch zwei Plätze frei, sagt Sebastian Burger. Die Liste aller Städte mit Mitfahr-Aktionen ist im Internet unter www.moodtour.de/tagestour zu finden. (fsd)

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