Deutscher Grillsportverein

Treffpunkt der Grillspezialisten in Schönhagen

Schönhagen. Zum zweiten Treffen des deutschen Grillsportvereins in der Mehrzweckanlage der Uslarer Ortschaft Schönhagen kamen mit 70 Teilnehmern fast doppelt so viel Teilnehmer wie im Vorjahr.

Fachsimpelei und Grillen standen im Vordergrund bei Köstlichkeiten wie Fleisch vom japanischen Wagyu-Rind, Froschschenkeln und selbst gemachten Würstchen.

Als Tom Reith vom Bodensee auf einer schwarzen Schiefertafel mit einem Flambierbrenner dünne Scheiben des Fleisches vom japanischen Edelrind kurz röstete, war er sofort von einer Schar Interessierter umringt, die liebend gerne einmal ein Stückchen des außerordentlich fein mit fadendünnen Fettstreifen marmorierten Fleisches probieren wollte.

Vorher wurden aber noch schnell zahlreiche Erinnerungsfotos per Handy gemacht. Dann füllte das außerordentliche Aroma des Fleisches die Gaumen der Genießer, das Fleisch zerging geradezu auf der Zunge.

Unterdessen garte ein riesengroßes Kotelett des Wagyu-Rindes bei 80 Grad in einem Ofen. Als der Organisator des Grilltreffens, der in Schönhagen lebende Grill-Experte Daniel Utermöhle, Interessierten das Fleischstück kurz präsentierte, war er wiederum sofort umringt.

Keine 15 Meter entfernt stopften unterdessen die Brüder Lutz und Jan Gresch Därme mit Fleischbrät. „Wir machen Brühpolnische“, sagten die beiden gut gelaunten Brüder aus dem Süden Brandenburgs. Fünf Kilo Fleisch drehten sie dafür durch den Fleischwolf. „Wichtig ist ganz viel Majoran“. Dann wurden die Würste in den Rauch gehängt und anschließend gebrüht. Als sie die Kostproben des übrig gebliebenen Fleischbräts verteilten, das sie kurz auf den Grill gelegt hatten, gab es glückliche Gesichter ob der gelungenen Komposition. „Bei unserem Papa haben wir die ersten Schritte mit dem Grillen gelernt“, sagt Jan Gresch. Heute könnte es umgekehrt sein. Selbst machen, aber auch in jeder Beziehung, wird bei den Grillfreunden mit Riesenlettern geschrieben. Ob die guten Stücke dann auf einem Gas-, einem Holzkohlengrill, im Smoker oder im Wok landen, muss dann passend entschieden werden. „Unser Bier ist auch selbst gemacht, ein Craftbier aus Dorste, das als Dorster Kesselbräu hergestellt wird“, verrät Daniel Utermöhle. Aber auch an nicht-fleischlichen Genüssen sind die Grillexperten durchaus interessiert.

So gab es ein dickes Lob für die Begrüßungssuppe. Dabei handelte es sich um Zurek, eine aus der polnischen Küche stammende saure Mehlsuppe auf der Basis einer Sauerteigbrühe, die Reiner Böhringer aus Tauberbischofsheim zubereitet hatte. Ein Trend zeigte sich nach den Worten von Daniel Utermöhle bei den Fleischarten, die auf dem Rost landen. Gerne wird in der Szene zu Pferd gegriffen. Aber auch zumindest in unseren Breiten exotisches Grillgut wie Froschschenkel ließen sich die Gäste munden. „Die Froschschenkel habe ich aus dem Saarland mitgebracht“, sagte Carsten Barth.

Und wie wird man die Kilos nach der Schlemmerei wieder los? Daniel Utermöhles Rezept lautet: „Ich mache mit meinem Cousin Extremwanderungen: Das können schon mal 100 Kilometer am Stück werden.“ Auch zum regelmäßigen Grilltreffen in der Nachbarschaft im nordhessischen Wülmersen, das der Herzberger St.-Pauli-Fan Christian Lang organisiert, ist er von Schönhagen aus schon gewandert: mit 20 Kilo tiefgefrorenen Würstchen im Rucksack.

Grillfreunde sind deutschlandweit organisiert

Die Grillexperten organisieren sich in Deutschland über den Web-Auftritt grillsportverein.de, der sich nach Angaben der Betreiber inzwischen zum weltweit größten und umfangreichsten im deutschsprachigen Raum entwickelt hat. 

In einer Datenbank sind über 6600 Rezepte abrufbar, im Forum diskutieren über 122 000 registrierte Nutzer. Auch dort sind tausende Rezepte zu finden. 

Jährlich finden deutschlandweit rund 30 Offline-Treffen wie in Schönhagen statt, bei dem User Orte zum Grillen bereitstellen und Interessierte mit Pkw und selbst mit dem Wohnmobil anreisen, um zu grillen, zu essen und zu feiern. zhp

Rubriklistenbild: © Foto: Hans-Peter Niesen

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