Typisierungsaktion in Schlarpe: 50 Spender schenken Hoffnung

Nur ein Piekser: Eine der 50 Freiwilligen, die sich am Sonntag in Schlarpe Blut für die Typisierung zur Knochenmark- beziehungsweise Blutstammzellspende entnehmen ließen, war Elena Strauß aus Bovenden. Die Blutprobe entnahm ihr Helfer Eric Sims aus Wolbrechtshausen. Fotos: Schmidt-Hagemeyer

Schlarpe. Nur einen Fingerhut voll Blut brauchten die Helfer im Dorfgemeinschaftshaus Schlarpe am Sonntag erst einmal von jedem potenziellen Stammzellspender. In drei Stunden kamen 50 Frauen und Männer zu der Typisierungsaktion der Stefan-Morsch-Stiftung, um möglicherweise einmal einem Leukämiekranken helfen zu können.

Die Aktion hatten im Herbst Freunde, Vereins- und Arbeitskollegen von Stefan Striegan angeschoben. Obwohl der bekannte Schlarper Schiedsrichter den Kampf gegen die Krankheit Anfang Januar verloren hat, machte die Initiativgruppe weiter, um zumindest für andere Leukämiekranke ein Hoffnungszeichen zu setzen. „Wir haben uns gesagt: Jetzt erst recht“, berichtete Nicole Krimling. Dies sei auch im Sinne von Detlefs Familie.

Stiftung sehr zufrieden

Mit fünf Personen war die Stefan-Morsch-Stiftung in Schlarpe angereist, um die Aktion am Sonntag zu betreuen. Sprecherin Elisabeth Pfaff war schon am Nachmittag zufrieden: „Die Resonanz ist hoch“, freute sie sich. 30 Blutproben kamen allein in der ersten Stunde zusammen. Nicht nur weil es in der Region schon mehrfach Typisierungsaktionen gegeben hat, ist die Zahl neuer Kandidaten für die Stammzellspenderdatei begrenzt. „Wir nehmen nur noch 18 bis 40 Jahre alte Spender auf“, erklärte Pfaff.

Denn man habe in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass über 40-Jährige von den Medizinern nicht mehr ausgewählt würden. „Je jünger der Spender ist, umso besser für den Patienten.“ Bei jüngeren Menschen funktioniere unter anderem die Zellteilung besser.

Ältere Semester – von denen viele ins DGH kamen – leiteten die Helfer darum in die Kaffeestube weiter. Jeder konnte für Kaffee und Kuchen spenden, wie er wollte. „Das Geld geht an die Stiftung, denn auch die Auswertung der Blutproben kostet“, sagte Nicole Krimling, die sich über die breite Unterstützung freute.

104 Gläser Marmelade

„Ein älterer Herr ist gestern gekommen und hat uns 104 Gläser mit Marmelade gebracht“, erzählte Stephan Hennecke ein Beispiel für die allgemeine Hilfsbereitschaft. „Die Marmelade bieten wir jetzt gegen Spenden an.“

Im und um das Dorfgemeinschaftshaus packten am Sonntag rund 20 Leute mit an. In zwei Schichten kümmerten sich zehn Freiwillige aus medizinischen Berufen um die Blutabnahme. Die Feuerwehr übernahm die Zuweisung der Parkplätze und hatte schon morgens den Schnee geräumt.

Am Abend zog Elisabeth Pfaff Bilanz: Zu den 50 Proben aus Schlarpe kommen 110, die an zwei Tagen in Lippoldsberg gesammelt wurden. „Ein hervorragendes Ergebnis.“ Alle seien nur unglaublich traurig, dass der Patient dies nicht mehr erleben könne. (shx)

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