Einmal die Woche finden Kontrollgänge des Fördervereins und der Stadtwerke statt
Uslarer Badeland unter Beobachtung
Uslar. Der Förderverein Uslarer Badeland ist nicht nur am Schreibtisch aktiv und arbeitet an einem Plan, das Bad wieder zu öffnen. Einmal die Woche heißt es fortan auch, das Bad beim Kontrollgang in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken in Augenschein zu nehmen.
Das Bad im so genannten Stand-by-Betrieb ist auf diese Weise zu kontrollieren, damit nichts passiert, sagte
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Mathias Klinge von den Stadtwerken, als es darum ging, die Checklisten abzuarbeiten.
Den Standby-Betrieb muss man sich ungefähr so vorstellen: Es befindet sich zwar kein Wasser mehr in den Becken. Aber die gesamte Anlage befindet sich in einem Winterschlaf, aus dem sie jederzeit geweckt werden kann, sobald der Förderverein seine Pläne verwirklicht, das Bad durch eine Genossenschaft fortzuführen.
Kontrolliert werden die technischen und baulichen Anlagen. Zur Kontrolle gehören beispielsweise Überprüfung aller Fenster und ganz spezieller Einrichtungen der Kompressorlauf zur Stellklappenbetätigung der Wasseraufbereitung. Grundsätzlich muss die Lüftungs- und Heizungsanlage kontrolliert werden, ebenso das Flachdach und die Becken.
Bei einer derartig großen Anlagen werden die ehrenamtlichen Kontrolleure auch fündig: Sie notieren an diesem Samstag ein undichtes Fenster im Cafeteria-Bereich, bestätigen die Risse in vielen Lichtkuppeln auf dem Flachdach.
Beim Einsatz davor packten 13 ehrenamtliche Helfer vom Förderverein über die Kontrolle hinaus kräftig zu: Sie schnitten die die Außen-Längsseite der Halle von Bewuchs frei, säuberten den Eingangsbereich und die andere Längsseite und sammelten vor allem Laub und Nadeln auf. Allein auf dem Flachdach kamen zwei Einachser-Anhängerladungen zusammen.
Fotos vom Kontrollgang
Kontrollgang des Fördervereins im Badeland
Optimistisch zeigt sich der Förderverein nach wie vor bei seiner Zielsetzung, das Bad wieder zu eröffnen. Anfang Januar will er einen Geschäftsplan vorlegen, der dann auch bei den Etatberatungen der Stadt Uslar Berücksichtigung finden soll. Ohne Unterstützung der Stadt sei das Projekt nicht zu schaffen.
Das Engagement und die Hoffnung auf einen Fortbestand des Badbetriebs sind ungebrochen. Selbst Heiligabend hat sich die Kontrollgruppe verabredet: um 10 Uhr wiederholt sich der Einsatz im Badeland. Justus Pahlow vom Vorstand sprach von guter Stimmung unter allen Beteiligten, das verleihe Antriebskraft. (fsd)
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Vorgesehen ist ein Badeland mit Abstrichen - ohne Außenbecken wegen der hohen Energie- und Personalkosten. Die Riesenrutsche soll nach Möglichkeit wegen ihrer Attraktivität gehalten werden.
Die Öffnungszeiten werden eingeschränkt und konzentrieren sich auf den Nachmittag. Vormittags sind Frühschwimmgruppen und Schulen eingeplant.
Es sind Sondernutzungen vorgesehen wie zum Beispiel für therapeutische Einrichtungen und für Veranstaltungen im kulturellen Bereich.
Der Förderverein kalkuliert erhebliche Eigenleistungen ein. So soll die Kasse ehrenamtlich besetzt werden.
Die Organisationsform Genossenschaft habe sich bisher als seriöseste Lösung dargestellt. Vorgesehen ist, dass möglichst viele Menschen Anteile zeichnen. Es soll sie ab 50 Euro geben.
Der größte Kraftakt dürften die Finanzen werden. Kalkuliert wird bisher mit einem jährlichen Defizit von 200.000 Euro für den Betrieb. Er lag zuletzt bei über 700.000 Euro. Der Förderverein hofft, dass die Stadt und Sponsoren vor allem aus der Wirtschaft helfen.
Für Investitionen wegen des Sanierungsstaus sind bisher 250.000 Euro als eine Art Sicherheitspaket kalkuliert, falls zum Beispiel die veraltete Lüftung plötzlich ausfällt. 85.000 Euro seien unbedingt erforderlich. (fsd)



