Maifeste und -bräuche

1. Mai: Zeitzeugen aus Solling und Weserbergland gesucht

Uslar. Zum 1. Mai soll in Uslar eine Sonderausstellung über Maifeste und -bräuche im Solling und im Weserbergland gezeigt werden. Dafür werden Zeitzeugen gesucht.

Im Mai werden nicht nur die erwachende Natur und der Frühling gefeiert. Der 1. Mai wird als Tag der Arbeit seit 130 Jahren auch von Beschäftigten in aller Welt genutzt, um für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen sowie eine Verständigung der Völker auf die Straße zu gehen.

Die Geschichte der Maifeste und -bräuche im Weserbergland einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist Ziel einer Sonderausstellung, die am Samstag, 25. April, im Uslarer Museum eröffnet werden soll. „Heraus zum 1. Mai! – Maifeiern zwischen Volkskultur und Arbeiterbewegung“, heißt der Titel der Schau.

Dr. Daniel Althaus (Ahlbershausen) und Dr. Wolfgang Schäfer (Bodenfelde), die dieses Projekt im vergangenen Jahr in Angriff genommen haben, planen in Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Heimatforschern eine breit angelegte Sozialgeschichte dazu.

Mit Inszenierungen, Fotos und Dokumenten wollen sie am Beispiel der Maifeiern die Festkultur der Region in den vergangenen 100 Jahren darstellen und zugleich Einblicke in die soziale und politische Entwicklung der Solling- und Wesergemeinden vermitteln.

Weil dieses Thema bisher nie aufgearbeitet worden ist, suchen die beiden Ausstellungsmacher noch Zeitzeugen, die von ihren individuellen Maierlebnissen erzählen.

Außerdem sind sie an Fotos interessiert – sowohl von privaten Festen und Ausflügen als auch von Kundgebungen und Demonstrationen. Ansprechpartner ist Stadtarchivar Daniel Althaus, Telefon 0 55 71/30 71 42.

Die Ausstellung gehört zum Rahmenprogramm der Uslarer Maifeier. Für deren Fortbestand im Uslarer Land war in jüngster Vergangenheit viel Engagement aufgebracht worden, nachdem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die traditionelle Maikundgebung wegen der geringen Resonanz der Vorjahre 2017 schon einmal abgesagt hatte und sie sogar aufgeben wollte. Doch von einem unter Federführung des Demag-Betriebsrates gegründeten Arbeitskreis wurde ein neues Konzept erarbeitet.

Mit Erfolg. Die neu aufgelegte Feier mit Maibaumaufstellen, Kundgebung, Infoständen, Kaffee und Kuchen sowie Musik sorgte 2019 für einen Besucherrekord in der Innenstadt und deshalb will der Arbeitskreis auch am Konzept festhalten.  shx

Rubriklistenbild: © Foto: Jürgen Budzinsky/nh

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