1000 Jahre Bollensen: Ein Dorf wie bei den Galliern

Höhepunkt beim Festakt: Die Bollenser inszenierten bei tropischen Temperaturen ihr Neujahrsrasieren und brachten Superstimmung ins Zelt. Foto: Schneider

Bollensen. Ortsbürgermeister Stefan Riehm verglich die Bollenser mit den berühmten Galliern: „Wir können gut feiern“, sagte Riehm zur Eröffnung der 1000-Jahr-Feier des Dorfes im Rehbachtal und lobte vor allem die intakte und starke Dorfgemeinschaft.

Beim Festakt im Zelt auf dem Spielplatz vor mehreren hundert Gästen stimmte der junge Ortsbürgermeister ein Loblied auf sein Dorf mit 500 Einwohnern und sieben überaus aktiven Vereine und insgesamt großer Leistungsfähigkeit ein.

Mit Blick auf den historischen Anlass der Feier – die erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren – forderte Riehm, wieder wie früher einen Schlagbaum aufzustellen, um Steuern zu kassieren. Die sollten zur Finanzierung der neuen Bundesstraße verwendet werden.

Torsten Bauer, Festausschuss-Vorsitzender und Bürgermeister Uslars, fand ebenfalls viel Lob für die Bewohner seines Heimatdorfes: „Sie sind sympathisch, bescheiden, weltoffen und können fröhlich feiern.“ Er lobte außerdem den Fahnenchmuck, den Gedenkstein, der zuvor enthüllt wurde, und das zum Fest entstandene Kettensägen-Kunstwerk mit dem Riesenadler aus einem Eichenstamm.

Bauer würdigte zudem den Einsatz aller für das Fest. So hat der 13-köpfige Festausschuss in drei Jahren 22 Mal getagt.

Ausflug in die Geschichte

Einen kleinen Ausflug in die Geschichte unternahm Ortsheimatpfleger Wolfgang Herwig und erinnerte an die wichtigsten Termine in der Bollenser Geschichte wie Kirchenbau 1883, Eingemeindung 1974, Schulschließung 1975 und die Einwohnerentwicklung auf derzeit 500.

Zur Gratulationsschar gehörten alle Ortsbürgermeister aus dem Uslarer Land, verkündete Stefan Riehm nicht ohne Stolz. Es gratulierten unter anderem noch Vereinsvertreter und die Feuerwehren, Banken sowie die stellvertretende Landrätin Gudrun Borchers und die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller. Ein Gratulant brachte es auf den Punkt: „Lange Rede, kurzer Sinn, hier ist auch was drin“, sagte er und überreichte unter viel Applaus ein Geldgeschenk.

Das Rahmenprogramm gestalteten die „Bollenser Plattinos“, eine Gesangsgruppe, die zum Jubiläum plattdeutsche Lieder präsentierte, und die Neujahrsrasierer, die statt am 1. Januar am 3. Juli bei Rekordtemperaturen in voller Verkleidung über den Saal fegten und unter großem Beifall diesen nur in Bollensen bekannten Brauch zelebrierten. Dabei werden Männer symbolisch rasiert, was an die Aufnahme der Konfirmanden in den Kreis der Erwachsenen erinnern soll.

Nach dem Festakt spielten die Blue Birds zum Tanz und lockten trotz anhaltend großer Hitze viele Paare auf die Tanzfläche. Die Bollenser feiern halt gern – egal bei welchem Wetter.

Bollensen präsentiert einen Festzug voller Vielfalt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.