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Projekt im Landkreis Northeim wächst: 38 Blühstreifen entstehen

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Von: Frank Schneider

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Forschungsarbeit auf dem Blühstreifen Auf der Heide bei Wiensen: Eine Doktorandin erklärt, wie untersucht wird, ob die Vielfalt an Kleintieren zugenommen hat.
Forschungsarbeit auf dem Blühstreifen Auf der Heide bei Wiensen: Eine Doktorandin erklärt, wie untersucht wird, ob die Vielfalt an Kleintieren zugenommen hat. © Frank Schneider

Das Blühstreifenprojekt, das in Uslar mit der Uni Göttingen und Rostock und dem Landvolk gestartet ist, kommt gut voran.

Uslar – Das Projekt Kooperativ zur Förderung der Biodiversität durch Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme, das vom Runden Tisch Artenvielfalt der Stadt Uslar ins Leben gerufen worden war, ist landkreisweit enorm gewachsen: Acht von elf Kommunen (außer Bad Gandersheim, Kalefeld und Katlenburg-Lindau) sind beteiligt, 38 landwirtschaftliche Betriebe stellen 38 Untersuchungsflächen als Blühstreifen mit einer Gesamtgröße von 240 Hektar bereit. Einige gibt es schon, andere sollen noch entstehen.

Darüber informierten die Projektpartner, vor allem Uni Göttingen und das Landvolk, anlässlich des Besuchs von Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium am Mittwoch im Alten Rathaus in Uslar und auf einer Blühfläche „Auf der Heide“ unterhalb des Buchenbergs bei Uslar-Wiensen. Dort wachsen unter anderem Klee und Sonnenblumen, erklärte Landwirt Henning Gehrke (Wiensen). Er sehe es als seine Aufgabe an, die Naturlandschaft zu pflegen und zu schützen, sagte er zu seiner Motivation, sich an dem Projekt zu beteiligen. Gleichzeitig machte Gehrke machte auf ein aktuelles Problemfeld aufmerksam: Die befürchtete Nahrungsmittelknappheit durch den Ukrainekrieg. Deshalb erwäge er zusätzlichen Anbau von Sommerweizen. Staatssekretär Theuvsen betonte, dass beides wichtig sei: effiziente Nahrungsmittelproduktion und effizienter Naturschutz.

Während des Treffens stellten Doktorandinnen die Forschungsarbeiten wie das Zählen von Kleintieren zum späteren Abgleich vor. Im Rathaussaal hatte Projektleiterin Prof. Dr. Catrin Westphal an den nicht so einfachen Anfang erinnert, und sich über die nun extrem fruchtbare Zusammenarbeit gefreut. Nach der Konzeptionsphase könne nun die mehrjährige Umsetzungsphase beginnen.

Jörg Gebauer (Sohlingen) vom Landkvolk lobte, dass so viele Kommunen das Projekt von Landvolk und Uni mittragen. Dr. Annika Haß und Dr. Stefan Schüler (Projektleitung/Koordination) sagten bei der Präsentation von Kooperativ, dass das Artensterben noch nicht gestoppt und der Ansatz von Agrarumweltmaßnahmen zu verbessern sei. So würden durch den kooperativen Ansatz größere Lebensräume geschaffen.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer freute sich bei der Begrüßung über die Vorreiterrolle Uslars bei dem Modellprojekt. Es sei hier gut angesiedelt.

Das Projekt Kooperativ

Das Projekt Kooperativ verfolgt einen innovativen Lösungsansatz im Landkreis Northeim: Kooperative Agrarumweltmaßnahmen für mehr Artenvielfalt, die mit mehreren landwirtschaftlichen Betrieben abgestimmt werden. Organisationsstrukturen, ökologische Wirkungen und ökonomische Konsequenzen werden wissenschaftlich analysiert. Nach der zweijährigen Konzeptionsphase soll im nächsten Jahr die mehrjährige Umsetzungsphase starten. (Frank Schneider)

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