Feuerwehreinsatz

Alarm nach Wolkenbruch über Fürstenhagen

Im Einsatz: Feuerwehrleute reinigen die Straße im Bereich Oedelsheimer Weg/Rosenring, nachdem sie zuvor noch vollgelaufene Keller ausgepumpt hatten. 3 Fotos: JÜRGEN DUMNITZ

Fürstenhagen – „Ja, wo der Regen so herkommt“, sagte am Samstag eine ältere Einwohnerin aus Fürstenhagen, nachdem gegen 19 Uhr wolkenbruchartige Regenschauer über dem Dorf niedergegangen waren und den Einsatz der Feuerwehr auslösten. Innerhalb von 20 Minuten seien fast 50 Millimeter Regenwasser in einer Messsäule gewesen, berichtete die Anwohnerin der Herbergstraße. In den vergangenen 60 Jahren habe sie das  noch nicht erlebt.

VON JÜRGEN DUMNITZ

Auf dem Steilstück des Herbergs – dass ist unterhalb des Hochbehälters und der alten Schweineweide – seien die braun-schlammigen Wassermassen minutenlang auf der ganzen Straßenbreite ins Dorf gerauscht, hieß es von mehreren Anwohnern. Schotter von den Feldwegen mischte sich laut Sven Reuleke mit Boden von Maisfeldern und überflutete die Gräben vor teils verstopften Durchlässen schnell.

In der Verlängerung der Herbergstraße ist die obere Asphaltschicht unterspült worden, bestätigte Ortsbürgermeister Jens Siebert. Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt sperrten den Bereich nach den Aufräumarbeiten von Feuerwehr und Anwohnern ab, weil Absackungen befürchtet werden. Der Asphalt war teils hochgedrückt, gerissen und teils gewölbt ob der Wassermassen darunter.

Laut Uslars Stadtbrandmeister Jörg Jacob, der vor Ort war, habe es sieben Einsatzorte für die rund 25 Feuerwehrleute des Dorfes und aus Offensen gegeben. Am Rosenring seien zwei mit Wasser vollgelaufenen Garagen ausgepumpt worden, am Herbergsweg Steine und Schotter zusammengefegt und mit Unterstützung von Landwirten mit Trecker und Radlader abtransportiert worden. Außerdem wurde Schlamm am Ortsausgang in Richtung Heisebeck weggeschippt, der vom Schiff- und Spiekerberg kommenden über Felder und Wege bis ins Tal geflossen ist.

Am Sonntag sagte Ortsbürgermeister Siebert auf Anfrage, dass man noch einmal Glück hatte. Es sei ein Schauer niedergegangen und es habe zum Glück nicht stundenlang stark geregnet. Durch den Helfereinsatz sei verhindert worden, dass die Turnhalle vollgelaufen sei. „Da fehlte echt nur noch ein Zentimeter“, so Siebert.

Der unterspülte Bereich an der Herbergstraße müsse von Grund auf erneuert werden, fordert Siebert die Stadt auf. Und: Seit 20 Jahren werde vergeblich gefordert, den Schotterweg zum Hochbehälter hin zu asphaltieren, weil der Belag bei fast jedem Starkregen ins Dorf gespült werde. Auch seitliche Abläufe erscheinen sinnvoll, meinen Siebert und seine Ortsratskollegen. Sie sehen die Stadt Uslar in der Angelegenheit in der Pflicht.

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