Digitales Modell

Alle Gewässer im Uslarer Land für Hochwasserschutzkonzept vermessen

Diethelm Breker vom Baumanagement der Stadt Uslar stellte das Hochwasserschutzkonzpt vor.
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Diethelm Breker vom Baumanagement der Stadt Uslar stellte das Hochwasserschutzkonzpt vor.

Das Thema Hochwasserschutz wird im Uslarer Land ständig diskutiert.

Uslar – Das Thema Hochwasserschutz ist nach Wiederbeginn der politischen Beratungen nach der Corona-Zwangspause für öffentliche Sitzungen im Uslarer Land sogleich wieder hochgekocht. Unter anderem übte der Sohlinger Ortsrat heftige Kritik, dass seit Jahren nichts passiert sei.

Ein ganz anderes Bild zeichnete dagegen die Stadt auf, als Diethelm Breker vom Baumanagement während der jüngsten Sitzung des Bau- und Brandschutzausschusses einen Sachstandsbericht zum Hochwasserschutzkonzept Ahle/Rehbach gab. Er stellte ein Modell vor, in dem alles digital erfasst wurde für die in Frage kommenden Einzugsgebiete bei Hochwasser mit allen Bächen, Flüssen und Orten. Aufgelistet sind laut Breker auch die Schwachstellen in den Orten und die von den Ortsräten vorgeschlagenen Lösungen. Hinzu komme eine Bestandsaufnahme der Gewässer.

Damit habe man eine Komplettvermessung der Gewässer in Uslar, berichtet Breker. Das Modell sei digital so angelegt, dass man quasi von oben Wasser eingießen und sehen könne, was passiert, machte Breker deutlich, worum es geht: Gezielt Projekte überprüfen. Als Beispiel nannte er Bollensen: Wenn der Rehbach über die Ufer trete, könne man genau sehen, wo das Wasser ansteige.

Breker kündigte an, dass im Herbst in Sohlingen erste Kleinmaßnahmen geplant seien. Er stelle sich vor, diesen Weg fortzuführen und sprach zum Beispiel von gemeinsamen Beratungen mit den Ortsbürgermeistern.

Im Anschluss berichtete der Baumanagement-Bereichsleiter Volker Mäder über die Machbarkeitsstudie zur Renaturierung der Ahle im Bereich der Kernstadt Uslar. Dabei geht es darum, für den unterirdischen Lauf im Bereich der Wiesenstraße eine oberirdische Umleitung über den Hüttengraben anzulegen. Zwei von vier Varianten sollen jetzt detaillierter geplant und geprüft werden. Das Ganze würde mit geschätzten zwei Millionen Euro kostspielig werden. Mäder warb aber für die Maßnahme wegen des Hochwasserschutzes und rief dazu auf, diese Chance zu nutzen.

Bürgermeister Torsten Bauer sagte, dass man das ganze System betrachten müsse. Das zu erarbeiten dauere, sei aber sinnvoll. Nico Stülzebach (Unabhängige Wählergemeinschaft) merkte an, dass es aber nicht dazu führen dürfte, im Vorfeld solcher Projekte ungefragt Privatgrundstücke zu betreten. (fsd)

Volker Mäder, Leiter Baumanagement der Stadt Uslar

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