Sitzung des Offenser Ortsrates

Lichtenberg: Anfragen für neue Windräder liegen derzeit nicht vor

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Windkraftanlage auf dem Lichtenberg.

Offensen. Laut Tagesordnung der jüngsten öffentlichen Sitzung des Offenser Ortsrates sollte es im Dorfgemeinschaftsraum um einen Sachstandsbericht zu möglichen Windkraftanlagen am Lichtenberg kommen.

„Konkret gibt es keine Bauvoranfrage, weder uns noch dem Landkreis liegt etwas vor“, sagten Ortsbürgermeister Matthias Schön und Ortsratsmitglied Michael Kaiser unisono. „Wir reden hier also über ungelegte Eier“, sagte Kaiser. „Wir reden dann wieder, wenn es Fakten gibt“, sagte Schön.

Dass es keine konkreten Pläne für ein zweites Windrad am Lichtenberg gibt, wurde auch deutlich, als die Sitzung für die zwei Dutzend Zuhörer geöffnet wurde. Von Seiten der Windrad-Gegner bestätigte Günter Schnitzler (Ahlbershausen) von der Initiative Lebenswerte Lichtenbergdörfer die Aussagen der Ortsratsmitglieder.

Bernd Katzauer (Trendelburg) stellte sich als Planer und Einzelunternehmer für mögliche fünf bis sieben Windräder an verschiedenen Standorten bei Offensen und Verliehausen vor. Er sei in den vom Landkreis Northeim aufgelisteten Flächen als Planer von Windrädern aktiv und suche dafür Investoren. Von diesen Investoren werde er auch bezahlt, sagte Katzauer, wenn Gutachten vorliegen und es konkret werde.

Vorrangig suche er Geldgeber vor Ort. Wenn das nicht klappe oder gewollt sei, suche er auch woanders. Michael Kaiser warf dem Planer Katz-auer vor, ein Unternehmer mit Firmensitz im Steuerparadies Jersey zu sein, der die Energieanlagen – wie jüngst die Photovoltaikanlage am Offenser Ortsrand – über Firmengeflechte im Ausverkauf an Investoren in Shanghai oder China verhökere.

Flächensicherung

Ihm gehe es in erster Linie um Flächensicherstellung, sagte Schnitzler in Richtung Katzauer. Sein Vorgehen sei unkonkret, weil seines Wissens auch dem Landkreis bisher keine Bauvoranfrage vorliege. Gerede gebe es von Anlagen mit einer Gesamthöhe von 240 Metern. Friedbert Leßner (Verliehausen) sagte, dass alle Grundstückseigentümer durch das Verwehren von Baulasten die Windrad-Pläne verhindern könnten.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte in der Sitzungsunterbrechung, dass das Vorgehen von Katzauer grundsätzlich möglich sei, weil die Stadt Uslar keine Windvorrangflächen ausgewiesen hat. Wer auf Grundlage der Landkreis-Windkarte Anlagen plane, könne dies für eine Einzelmaßnahme machen.

Informationsveranstaltung 

Abschließend sagte Ortsbürgermeister Schön, dass der Heimatverein für Freitag, 15. April, ab 19 Uhr zu einem öffentlichen Informationsabend zum Thema Windkraftanlagen ins Dorfgemeinschaftshaus einlade. Vorträge soll es von Ortsheimatpfleger Dietmar Wieneke sowie der Bürgerinitiativen Oberweser-Bramwald und Lebenswerte Lichtenbergdörfer geben.

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