Angst vor Eisbrocken

Ahlbershäuser verlangt Abhilfe gegen Gefahr durch Windrad am Lichtenberg

Beweisstück: Diesen Eisbrocken, der vom Windrad nahe Verliehausen gefallen ist, brachte Günter Schnitzler mit in die Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Uslar. Das noch nicht mehr Menschen zu Schaden gekommen sind, ist für Günter Schnitzler nur dem Zufall zuzuschreiben. Schon mehrfach hat der Ahlbershäuser rund um das Windrad am Lichtenberg Eisbrocken gefunden.

Sie sind nach seiner Überzeugung am Windrad entstanden und hinab geschleudert worden.

Schnitzler sorgt sich, weil das Eis auch auf öffentliche Wege fiel. Um die Gefahr deutlich zu machen, brachte er Eisbrocken in einer Kühlbox mit in die jüngste Sitzung des Uslarer Wirtschaftsausschusses. Auch an das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen hat der Ahlbershäuser im Februar bereits geschrieben und verlangt, dass die Gefährdung ausgeschlossen wird.

Spaziergänger getroffen

Laut Genehmigung verfügt das Windrad über eine technische Anlage, die Eisbildung verhindern soll. Diese verhindere aber offensichtlich Eisschlag nicht zuverlässig, so Schnitzler. Davon betroffen seien auch öffentliche Wege. Bisher sei sogar ein Fall festgehalten, bei dem ein Spaziergänger von Eisstückchen getroffen wurde. „Es braucht nicht viel Phantasie sich vorzustellen, was Eisbrocken aus dieser Höhe anrichten können.“ Der Betreiber der Anlage habe Ende Januar lediglich ein kleines Warnschild in unmittelbarer Nähe der Anlage angebracht und angekündigt bei Gelegenheit größere aufzustellen. Es könne aber nicht darum gehen, vor Eisschlag zu warnen. „Die Gefährdung durch Eisschlag muss ausgeschlossen werden“, so Schnitzler in seinem Brief an das Gewerbeaufsichtsamt.

Tatsächlich sei die Behörde aktiv geworden, berichtete Schnitzler gegenüber der Sollinger Allgemeinen. Doch man habe sich mit einer Untersuchung des Herstellers und der Versicherung, die Anlage sei in Ordnung, zufrieden gegeben. Als dann am Mittwoch vergangener Woche erneut Eisbrocken herunterfielen, sammelte Schnitzler sie ein, um sie am Abend in der öffentlichen Sitzung des Uslarer Wirtschaftsauschusses zu präsentieren.

„Ich möchte öffentliche Wege wieder gefahrlos begehen können“, forderte der Ahlbershäuser von Ausschuss und Verwaltung. Bürgermeister Torsten Bauer versicherte, man werde nachhaken. Tatsächlich fragte die Stadt Uslar bereits am nächsten Tag mit Hinweis auf „Gefahr im Verzug“ beim Landkreis nach, ob weitere Warnschilder aufgestellt worden seien und alle Auflagen der Genehmigung für das Windrad eingehalten wurden.

Das Gewerbeaufsichtsamt Göttingen hat den Fall derweil laut Schnitzler an die Gewerbeaufsicht in Emden weiter gegeben, weil dort bereits in Sachen Eiswurf ein Verfahren gegen den Hersteller läuft, der auch die Anlage in Ahlbershausen gebaut hat. (shx)

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