Auestraße in Schoningen will auf der Prioritätenliste weiter nach hinten

Schlechter Zustand: Die Auestraße in Schoningen soll mit Geld der Anwohner komplett erneuert werden. Foto: Dumnitz

Schoningen. Die Auestraße in Schoningen ist ungefähr 60 Jahre alt. Allein in den vergangenen Jahren wurden 11.000 Euro in Reparaturen gesteckt.

Jetzt ist nach Ansicht der Uslarer Stadtverwaltung der Punkt erreicht, wo ein Grundausbau der Straße notwendig ist – mit finanzieller Beteiligung der Anwohner, so wie es die seit 1988 gültige Straßenausbaubeitragssatzung vorsieht. Das gefällt einigen Anwohnern nicht. Am Mittwoch wurde darüber im Ortsrat diskutiert.

Grund: Der Bauausschuss der Stadt hatte jüngst die Ausbau-Entscheidung vertagt und das Thema zur Beratung an den Ortsrat verwiesen. Der Ausbau soll 480.000 Euro kosten, die Planung 40.000 Euro.

Weil sich unter anderem auch die Stadtwerke mit der Erneuerung von Ver- und Entsorgungsleitungen beteiligen, schmälert sich der Betrag, der zu 60 Prozent auf die Anwohner umgelegt werden soll, um etwa ein Drittel. Genaue Zahlen stehen noch nicht fest. Laut Ortsratsmitglied Wilfried Fischer gibt es unterschiedliche Ansichten über die Notwendigkeit des Ausbaus. Auf der Prioritätenliste der Verwaltung steht die Straße jedoch an erster Stelle.

Rechnung nicht vor 2019

Das ist aus Sicht von Ralf Müller vom Baumanagement auch richtig so. Der Reparaturaufwand wegen diverser Absackungen stehe längst nicht mehr im Verhältnis. Jetzt müsse erneuert werden, sagte er vor 26 Zuhörern in der Gaststätte des Sportclubs. Im kommenden Jahr soll der Ausbau geplant werden, bevor in zwei Bauabschnitten 2017 und 2018 gebaut werde.

Mit einer Rechnung der Stadt hätten die Anwohner frühestens ab 2019 zu rechnen. Bis dahin hätten sie Zeit, Geld anzusparen. „Politisch ist eigentlich alles entschieden“, sagte Ralf Müller. Nur durch einen Antrag von Wilfried Fischer sei das Thema jetzt wieder im Ortsrat gelandet.

Die Ortsratsmitglieder hörten sich die Argumentation der Anwohner an. Einige waren der Ansicht, dass die Straße gar nicht so desolat sei und Reparaturen ohne ihr Geld ausreichten. Wenn man langsamer fahren würde, könne der Ausbau um einige Jahre verschoben werden, hieß es in einer anderen Argumentation.

Dem widersprachen Müller und Mathias Klinge von den Stadtwerken. Von einem Ausbau profitieren alle Nutzer, warb Klinge um Akzeptanz, weil sich der Betrag der einzelnen Anlieger deutlich reduziere, wenn etwa die Stadtwerke mit im Boot sitzen. Durch den Straßneubau würden zudem die Immobilien aufgewertet.

Prioriträtenliste

Dem Warten auf eine Fonds-Lösung, wie es nachgefragt wurde, erteilte Müller eine Absage. Bis die in Kraft trete, gelte die Ausbausatzung. Danach gebe es wohl eine längere Übergangslösung. Deshalb sei die Suche nach alternativen Finanzierungen keine Option. So blieb es am Ende dabei: Der Ausbau werde kommen. Die Verwaltung soll aber auf Wunsch des Ortsrates prüfen, ob der Neubau auf der Liste nicht weiter nach hinten rücken kann.

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