Nach Monaten Bedenkzeit

Ausschuss diskutiert Öffnung der Fußgängerzone in Uslar

Dauerthema Lange Straße: Der Wirtschaftsausschuss der Stadt Uslar soll heute über Wege zur Belebung der Innenstadt sprechen. Auf dem Tisch liegt ein Antrag zur moderaten Öffnung der Fußgängerzone. Archivfoto: Schneider

Uslar. Ein halbes Jahr schlummern die Pläne des Arbeitskreises „Belebung der Innenstadt“ schon wieder in der Schublade. Nun soll eine Entscheidung her.

Am Mittwoch, 4. März, soll der Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss der Stadt Uslar laut Tagesordnung einen neuen Anlauf nehmen und über eine Öffnung der Fußgängerzone für langsam fahrende Autos beraten.

Der Ausschuss selbst hatte im Sommer 2014 die Vertagung des Themas, das die Uslarer seit Jahren bewegt (siehe Kasten), empfohlen. Ohne Aussprache schickte der Rat der Stadt Uslar das Thema kurzerhand zur Beratung in den Fachausschuss zurück. Nur CDU-Ratsfrau Kristina Bäthe kritisierte damals, dass sich der Arbeitskreis „Belebung der Innenstadt“ seit einem Jahr treffe und wieder nichts entschieden werde. Dabei gebe es großen Handlungsbedarf in Sachen Innenstadt, sagte Bäthe: „Wenn der Zug nicht längst abgefahren ist.“

Wegen der immer wieder hinaus geschobenen Entscheidungen kündigte die Uslarer Kaufmannschaft im vergangen Herbst ihren Rückzug aus der Politik an. Zwei Jahre habe man aktiv auf politischer Ebene mitgearbeitet, doch die Politik habe die Vorschläge als zu kurz gedacht abgelehnt, klagte Matthias Riemer, Vorsitzender der Region Uslar.

Neuer Vorstoß

Nun kommt ein neuer Vorstoß aus dem Rathaus. Nach etlichen Monaten Denkpause ist das Thema wieder auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses. Konkret sieht der Vorschlag des Arbeitskreises „Belebung der Innenstadt“ die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs vor, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und Fahrzeuge mit maximal zehn Stundenkilometern unterwegs sein dürfen. Die Lange Straße soll Einbahnstraße bleiben, Sperrungen für Veranstaltungen wie Spenneweih oder Pekermarkt sollen möglich bleiben. „Im Arbeitskreis überwiegt die Meinung, durch moderaten Verkehr eine Belebung und somit Kaufkraftzufluss für die Innenstadt insgesamt zu erreichen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Weitere Anträge

Mit der Entwicklung der Innenstadt haben auch die übrigen Tagesordnungspunkte der öffentlichen Sitzung zu tun. Die Bunte Ratsgruppe Uslar (BRU) schlägt in einem Antrag vor, die restlichen Mittel zur Stadtsanierung (200 000 Euro) in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Uslar GmbH in eine Nahwärmeversorgung im Bereich Graftplatz zu investieren. An das Nahwärmenetz sollen sämtliche städtischen Gebäude angeschlossen werden.

Bereits aus dem vergangenen August stammt ein gemeinsamer Antrag von SPD-Fraktion, Bunter Gruppe und UWG-Fraktion. Danach will man Fahrradstellplätze und eine Ladestation für E-Bikes einrichten, im Bereich des Medizinischen Versorgungszentrums weitere öffentliche Parkplätze schaffen und Pflanzkörbe zur Begrünung beschaffen. (shx)

Die öffentliche Sitzung des Wirtschafts- und Entwicklungsausschusses beginnt am Mittwoch um 19 Uhr im Schöffensaal (Graftplatz 3).

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