Zwei statt einer Stunde

Ausschuss stimmt für längere Parkzeit an der Langen Straße in Uslar

Uslar. Die Zahl der Parkplätze an der Langen Straße in Uslar soll nicht erhöht, aber die Höchstgrenze der Parkzeit von einer auf zwei Stunden verdoppelt werden. Das empfahl der Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Entwicklung in seiner Sitzung am Donnerstag in der Rathaushalle.

Für die Ausweitung der Parkplatzzahl hatte sich die CDU starkgemacht. Sie konnte sich mit ihrem entsprechenden Antrag aber nicht durchsetzen. Der Fraktionsvorsitzende der Partei, Wilfried Fischer, wies auf entsprechende Wünsche aus der Wirtschaft hin.

Ausschussvorsitzender Thomas Becker (CDU) sagte, auch die Wirtschaftsvereinigung Region Uslar – Zusammenschluss der Geschäftsleute zur Stärkung des Wirtschaftslebens und des Standorts Uslar – würde mehr Parkplätze und die Verlängerung der Parkzeiten begrüßen.

Harry Erfurt (SPD) sagte, seine Partei lehne mehr Parkplätze ab. „Wir wollen nicht noch mehr Autos in der Innenstadt haben.“ Sie sei aber für eine Verlängerung der Parkzeit. In dasselbe Horn stießen Volker Ruwisch (Grüne) und Heidemarie Steingräber (Unabhängige Wählergemeinschaft).

Das beratende Mitglied des Ausschusses, Bernd Franke (UWG), kritisierte, dass einige Halter ihr Fahrzeug den ganzen Tag über in der Langen Straße parken würden. Während die Erhöhung der Parkplatzzahl gegen die Stimmen der CDU abgelehnt wurde, gab es aber ein einstimmiges Votum für die Verdoppelung der Parkzeit. Nach dem Fachausschuss muss nun der Verwaltungsausschuss der Stadt über diese beiden Fragen entscheiden.

Über den Verkauf des früheren Krankenhauses in Uslar gab der Ausschuss noch kein Votum ab. Er will zunächst abwarten, wie die Ergebnisse mit einer Investorengruppe verlaufen, die nach den Worten von Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) Interesse an dem seit Jahren leer stehenden Gebäudekomplex geäußert haben.

Ruwisch hatte seinen Antrag der Bunten Ratsgruppe Uslar (Grüne und Die Linke) damit begründet, dass dieser für die Innenstadt wichtige Gebäudekomplex in der Altstadt vor dem Verfall geschützt werden müsse. Deshalb soll die Stadt es erwerben und nutzen.

Vorstellbar seien etwa eine Kindertagesstätte, gegebenenfalls in Verbindung mit dem angrenzenden Schlosspark, eine Kurzzeitpflege, betreutes Wohnen, Mietwohnungen, Räume für die Stadtverwaltung, so für die Sozialstation und/oder eine Notarztpraxis oder Praxis für Unfall- oder Allgemeinmedizin. Im Keller könnte eine Heizzentrale unter anderen mit einem Blockheizkraftwerk für das geplante Nahwärmenetz Graft gebaut werden.

Zur Finanzierung würde die Stadt auf Erweiterungsbauten bei den bestehenden Kindertagesstätten verzichten. Ruwisch kann sich auch vorstellen, dass die Stadt den Komplex oder Teile nach der Sanierung vermietet.

Harry Erfurt (SPD) nannte den Grünen-Vorschlag „prinzipiell gut“, gab aber zu bedenken, dass der Erwerb für die Stadt ein zu großer Brocken sein könnte. Seiner Auffassung nach sei eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Heidemarie Steingräber (UWG): „Solch ein Projekt würde zurzeit unseren Haushalt sprengen.“ zhp

Rubriklistenbild: © Foto: Hans-Peter Niesen

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