Übernachtungsstation

Kirchengemeinde Schönhagen: Das Backhaus wird Pilgerherberge

Das ehemalige Backhaus wird zur Pilgerherberge: In dem Gebäude zwischen Gemeindehaus und Kirche sollen später bis zu vier Betten für Pilger stehen, die darin untergebracht werden können. Im Bild (von links) Kerstin Ahlborn, Peter Herzen, Pastor Carsten Schiller, Andreas Loewe und Helfer vom Wirtschaftsbetrieb Neues Land.
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Das ehemalige Backhaus wird zur Pilgerherberge: In dem Gebäude zwischen Gemeindehaus und Kirche sollen später bis zu vier Betten für Pilger stehen, die darin untergebracht werden können. Im Bild (von links) Kerstin Ahlborn, Peter Herzen, Pastor Carsten Schiller, Andreas Loewe und Helfer vom Wirtschaftsbetrieb Neues Land.

Die Kirchengemeinde Schönhagen richtet eine Übernachtungsstation am Pilgerweg Loccum - Volkenroda ein.

Schönhagen – Noch sind die Abbrucharbeiten in vollem Gang. Doch schon bald soll das ehemalige Backhaus auf dem Gelände des evangelischen Gemeindehauses in Schönhagen Übernachtungsplatz für bis zu vier Pilger bieten. Dabei helfen der Kirchengemeinde Fördergeld und der Wirtschaftsbetrieb der christlichen Drogentherapieeinrichtung Neues Land (Amelith).

Es war wohl 1786, als das Backhaus zusammen mit dem Gemeindehaus gebaut wurde, schätzt Pastor Carsten Schiller. Der Bau aus Fachwerk und Sandsteinen diente seither als Stall und Abstellraum und wurde auch schon von Jugendlichen genutzt.

Wenn die Innenverkleidung sowie Boden und Decke freigelegt worden sind, könne man sich ein vollständiges Bild über die Bausubstanz machen. Ein Teil der Dachlatten musste schon erneuert werden. Sandsteinmauer und Fachwerk sollen erhalten bleiben, weil es sich um ortstypische Bausubstanz handelt. Eingangstür und Fenster werden jedoch mit Blick zur Kirche verlegt und eine Terrasse angebaut, damit die Gäste dort entspannen und vielleicht Dohlen, Turmfalken und Fledermäuse am Kirchturm erlebe können.

Auch bei den sanitären Anlagen rüstet die Gemeinde auf. Im ersten Stock des Gemeindehauses, wo sich im ehemaligen Escape-Room seit einem Jahr bereits ein Pilgerzimmer für zwei Gäste befindet, wird ein Badezimmer eingebaut. Das sollen dann alle Pilgergäste nutzen können.

Rund 60 000 Euro soll das Projekt kosten, sagt Schiller. Fördergeld gibt es vom Kirchenkreis Leine-Solling, der Klosterkammer, dem Landkreis Northeim und aus dem Leader-Programm der EU.

Eine große Hilfe, so Schiller, der mit Kerstin Ahlborn vom Kirchenvorstand die Übersicht behält, seien Bauingenieur Dirk Lange und Andreas Loewe mit seinen Helfern vom Neuen Land.

Die neue Herberge am Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda soll keine Konkurrenz zu den örtlichen Gasthäusern sein, sagt Kerstin Ahlborn. Es gehe darum, Pilgern, für die kein Bett mehr zur Verfügung steht oder die nicht in ein Gasthaus möchten, nicht mehr auf dem Fußboden des Gemeindehauses unterbringen zu müssen.

Ob die Herberge in diesem Sommer eröffnet werden kann, hängt von dem Fortschritt der Bauarbeiten ab und von der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie. Erst wenn Hotels und Gasthäuser wieder öffnen dürfen, geht es auch auf dem Pilgerweg weiter, heißt es aus Schönhagen. Gudrun Porath

Pilgerzimmer: Der ehemalige Escape-Room im Gemeindehaus wird bereits als Zimmer für Pilger genutzt.

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