Bürgermeisterwahl

Uslarer Amtsinhaber Bauer freut sich über großen Vorsprung

Torsten Bauer (CDU), Amtsinhaber, bei der Stimmabgabe zur Bürgermeisterwahl im Dorfgemeinschaftshaus Bollensen.
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Torsten Bauer (CDU), Amtsinhaber, gibt in seinem Heimatdorf Bollensen seine Stimme ab.

Nach der Bürgermeisterwahl in Uslar kommen die Kandidaten zu Wort. Ferner bringen wir einen Überblick über die Ergebnisse aus den Wahlbezirken und Fakten zur Stichwahl am 8. November.

Uslar - Amtsinhaber Torsten Bauer (CDU), der bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Uslar mit 2923 die meisten Stimmen (43,69 Prozent) erreichte und mit Volker Fuchs in die Stichwahl am 8. November geht, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ausgang des ersten Wahlgangs.

„Das Ergebnis ist eine große Unterstützung und Anerkennung meiner bisherigen Arbeit und eine ausgezeichnete Ausgangslage für die Stichwahl“, sagte Bauer und fügte hinzu: „Bei fünf Kandidaten mussten wir von einer Stichwahl ausgehen.“

Dass der Vorsprung nun so groß ist, freue ihn sehr. Bauer: „Wir werden binnen der nächsten 14 Tage noch mal alles mobilisieren, damit es am 8. November auch klappt. Ich danke allen bisherigen Wählerinnen und Wählern und setze auf einen Zuwachs in der Stichwahl.“

Einzelbewerber Volker Fuchs, der 1773 Stimmen (26,50 Prozent) bekam, freut sich sehr über sein Ergebnis und das Erreichen der Stichwahl. Fuchs: „Die Wählerinnen und Wähler haben ein deutliches Zeichen gesetzt und mit fast 57 Prozent der Stimmen für einen Wechsel im Amt des Bürgermeisters unserer Stadt gestimmt. Ich stehe gerne hierfür bereit und wünsche mir, in der Stichwahl möglichst viele dieser Stimmen zu erhalten.“

Dafür und für seine Standpunkte für Uslar werde er in den kommenden beiden Wochen noch einmal intensiv werben, kündigte Fuchs an. Zudem ist es seiner Meinung nach wichtig, für eine bessere Wahlbeteiligung zu werben, denn mit nur 56,92 Prozent war sie seiner Meinung nach sehr gering. Fuchs schreibt in seiner Stellungnahme zudem, dass er seinen Mitbewerbern Sven Borchert und Sebastian Pfeiffer für ein freundschaftlich faires Miteinander in den vergangenen Wochen dankt.

Sven Borchert (SPD), der 993 Stimmen (14.94 Prozent) sammelte, ist über „das relativ eindeutige Ergebnis sicher ein wenig enttäuscht“. Wenn man zu einer Wahl antrete, müsse man auch damit rechnen, nicht zu gewinnen. Insofern war die Ausgangslage mit fünf Kandidaten inklusive Amtsinhaber schon recht schwierig, so Borchert.

Er sei vor allem deshalb enttäuscht, weil sich die in den letzten Wochen und Monaten häufig wahrzunehmende Wechselstimmung nicht im Wahlergebnis niederschlage. An mangelndem Engagement und Einsatz von seiner Seite und der SPD Uslar-Solling hat es laut Borchert sicher nicht gelegen. Er dankt allen Unterstützern, Wahlhelfern und den Wählern. Für Borchert war zudem „die Wahlbeteiligung deutlich niedriger, als man das erwarten durfte“. Die SPD werde das Ergebnis bewerten, kündigte Borchert an, „und intern ergebnisoffen darüber diskutieren, ob sie zur Stichwahl eine Wahlempfehlung abgibt“.

Sebastian Pfeiffer, der als Einzelbewerber auf 727 Stimmen (10,87 Prozent) kam, spricht von einem guten Ergebnis als Einzelbewerber und Quereinsteiger und dankt seinen Wählern, seiner Familie, Freunden und Unterstützern. Pfeiffer: „Viele Menschen im Uslarer Land haben den Wunsch nach einer Veränderung geäußert, die Mehrheit hat aber offensichtlich anders entschieden.“ Das müsse er akzeptieren.

Enttäuscht ist er von der geringen Wahlbeteiligung, er hätte eine besserere erwartet. Pfeiffer kündigt an, weiterhin Gespräche an der Basis zu führen, Wünsche und Ideen aufzunehmen und bei der Kommunalwahl 2021 anzutreten und durch ein Mandat in den entsprechenden Gremien umzusetzen.

Stephan Kaiser, der als Einzelbewerber 274 Stimmen (4,10 Prozent) bekam, sagte: „Das Ergebnis muss ich akzeptieren, Dank meiner Freunde werde ich das schon schaffen. Danke sage ich für alle Unterstützung, vor allem meinem Mann.“ Die Wahl mit fünf Kandidaten war seiner Meinung nach für die Demokratie in Uslar sehr gut. Es wurde viel über die Zukunftsperspektiven für die Stadt diskutiert.

Er hoffe, dass von seinen Ideen und Themen viel einfließe in die Kommunalpolitik. In der Stichwahl werde er für Torsten Bauer stimmen, kündigte Kaiser an: „Er hat die besseren Konzepte für die Stadt.“

Die Ergebnisse aus den 25 Wahlbezirken

Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Uslar waren 11 795 Einwohner wahlberechtigt. 6714 Personen gaben ihre Stimme ab (56,92 Prozent). 24 Stimmen waren ungültig, gültig 6690 Stimmen.

Das amtliche Endergebnis stellt der Gemeindewahlausschuss fest, der am Mittwoch, 28. Oktober, im Alten Rathaus tagt. Danach richtet sich der Blick auf die Stichwahl am Sonntag, 8. November. Die Briefwahl zu der Stichwahl startet nach der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Donnerstag, 29. Oktober.

Für alle Briefwähler, die ihre Briefwahlunterlagen auch für die Stichwahl beantragt haben, werden die Unterlagen am Donnerstag, 29. Oktober, versendet.

Hier nun die vorläufigen Ergebnisse aus den Wahlbezirken: Das sind die 19 Uslarer Ortsteile und in der Kernstadt fünf Wahlbezirke und die Briefwahl.

Ahlbershausen: 116 Wahlberechtigte, 75 Wähler, Wahlbeteiligung 64,66 Prozent, Torsten Bauer (CDU): 34 Stimmen, Sven Borchert (SPD): 13 Stimmen, Einzelbewerber Volker Fuchs: 14 Stimmen, Einzelbewerber Stephan Kaiser: 6 Stimmen, Einzelbewerber Sebastian Pfeiffer: 8 Stimmen.

Allershausen: 474 Wahlberechtigte, Wähler: 234 (49,37 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 100, Borchert: 18, Fuchs 48, Kaiser: 13, Pfeiffer: 54.

Bollensen: 379 Wahlberechtigte und 247 Wähler (65,17 %,) Bauer: 171, Borchert: 22, Fuchs: 28, Kaiser: 7, Pfeiffer: 19.

Delliehausen: 465 Wahlberechtigte, 173 Wähler (37,20 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 86, Borchert: 30, Fuchs 27, Kaiser: 7, Pfeiffer: 22.

Dinkelhausen: 271 Wahlberechtigte, 155 Wähler (57,20 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 64, Borchert: 47, Fuchs: 36, Kaiser: 1, Pfeiffer: 6.

Eschershausen: 411 Wahlberechtigte, 252 Wähler (61,31 %), Bauer 118, Borchert: 27, Fuchs: 89, Kaiser: 5, Pfeiffer: 13.

Fürstenhagen: 280 Wahlberechtigte, 157 Wähler (56,07 %), Bauer: 107, Borchert: 19, Fuchs: 19, Kaiser: 2, Pfeiffer: 10.

Gierswalde: 220 Wahlberechtigte, 106 Wähler (48,18 %), Bauer: 69, Borchert: 13, Fuchs: 9, Kaiser: 4, Pfeiffer: 11.

Kammerborn: 201 Wahlberechtigte, 150 Wähler (74,63 %), Bauer: 47, Borchert: 32, Fuchs: 53, Kaiser: 2, Pfeiffer: 16.

Offensen: 259 Wahlberechtigte, 150 Wähler (57,92 %), Bauer: 76, Borchert: 24, Fuchs: 28, Kaiser: 7, Pfeiffer: 15.

Schlarpe: 339 Wahlberechtigte, 134 Wähler (39,53 %), Bauer: 68, Borchert: 32, Fuchs: 25, Kaiser: 4, Pfeiffer: 5.

Schönhagen: 809 Wahlberechtigte, 346 Wähler (42,77 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 132, Borchert: 62, Fuchs: 104, Kaiser: 8, Pfeiffer: 39.

Schoningen: 687 Wahlberechtigte, 397 Wähler (57,79 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 210, Borchert: 60, Fuchs: 75, Kaiser: 15, Pfeiffer: 36.

Sohlingen: 494 Wahlberechtigte, 258 Wähler (52,23 Prozent), Bauer: 90 Stimmen, Borchert, 35, Fuchs: 94, Kaiser: 4, Pfeiffer: 35.

Vahle: 200 Wahlberechtigte, 110 Wähler (55 %), Bauer: 59, Borchert: 23, Fuchs: 15, Kaiser: 1, Pfeiffer: 12.

Verliehausen: 318 Wahlberechtigte, 167 Wähler (52,52 %), Bauer: 76, Borchert: 29, Fuchs: 36, Kaiser: 7, Pfeiffer: 19.

Volpriehausen: 1000 Wahlberechtigte, 304 Wähler (30,4 %), zwei ungültige Stimmen, Bauer: 152, Borchert: 43, Fuchs: 66, Kaiser: 18, Pfeiffer: 23.

Wiensen: 479 Wahlberechtigte, 242 Wähler (50,52 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 121, Borchert: 20, Fuchs: 34, Kaiser: 16, Pfeiffer: 50.

Uslar I (Albert-Schweitzer-Schule): 822 Wahlberechtigte, 318 Wähler (38,69 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 116, Borchert: 28, Fuchs: 130, Kaiser: 13, Pfeiffer: 30.

Uslar II (katholisches Pfarrzentrum, Kleines Feld): 1030 Wahlberechtigte, 365 Wähler (35,44 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 124, Borchert: 55, Fuchs: 122, Kaiser: 24, Pfeiffer: 39.

Uslar III (Museum): 853 Wahlberechtigte: 326 Wähler (38,22 %), zwei ungültige Stimmen, Bauer: 127, Borchert: 50, Fuchs: 89, Kaiser: 17, Pfeiffer: 41.

Uslar IV (Schulkindergarten): 811 Wahlberechtigte, 304 Wähler (37,48 %), fünf ungültige Stimmen, Bauer: 120, Borchert: 39, Fuchs: 90, Kaiser: 17, Pfeiffer: 33.

Uslar V (Awo-Kindertagesstätte): 877 Wahlberechtigte, 346 Wähler (39,45 %), eine ungültige Stimme, Bauer: 117, Borchert: 54, Fuchs: 91, Kaiser: 27, Pfeiffer: 56.

Briefwahl: 1398 Wähler, darunter sechs ungültige Stimmen, Bauer: 539, Borchert: 218, Fuchs: 451, Kaiser: 49, Pfeiffer: 135.

Die Auffälligkeiten bei der Bürgermeisterwahl

Die Auffälligkeiten bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Uslar haben wir hier zusammengetragen.

Amtsinhaber Torsten Bauer (CDU) holte in zehn Ortsteilen über 50 Prozent der Stimmen, am meisten in seinem Heimatort Bollensen mit 69,23 %. Den geringsten Stimmenanteil sammelte er in Kammerborn mit 31,33 %.

Dreimal lag Einzelbewerber Volker Fuchs vor Bauer: in Kammerborn (35,33 %), Sohlingen (36,43 %) und in seinem Wahlbezirk Uslar I (A.-Schweitzer-Schule), den geringsten Stimmenanteil gab es mit 8,49 % in Gierswalde.

Sven Borchert (SPD) holte sein größtes Stimmenkontingent in Dinkelhausen (30,52 %), von wo er stammt, den geringsten Anteil in Allershausen (7,73 %).

Sebastian Pfeiffer (Einzelbewerber) ergatterte den für ihn größten Stimmenanteil in Allershausen (23,18 %), dem Ort, aus dem er stammt, den geringsten in Schlarpe (3,73 %).

Einzelbewerber Stephan Kaiser holte aus seiner Sicht den meisten Stimmenanteil mit 8 % in Ahlbershausen und bekam jeweils nur eine Stimme in Dinkelhausen und Vahle.

Bei der Wahlbeteiligung lag Kammerborn mit 74,63 % vorn und Volpriehausen mit 30,40 % ganz hinten. In den Kernstadt-Wahlbezirken lag sie komplett unter 40 %, in zwölf Ortsteilen lag sie über 50 %.

Bei Ortsratswahl in Kammerborn liegt Matthias Rieger vorn

Bei der Ortsratswahl in Kammerborn gaben 150 Wähler von 200 Wahlberechtigten ihre Stimmen ab.

Direkt in den fünfköpfigen Ortsrat gewählt wurden Matthias Rieger (125 Stimmen), Robert Niemann (109), Julian Saller (50/sein Nachname war wiederholt falsch geschrieben, wir bitten um Entschuldigung), Leah Bunke (46) und Melanie Kunze (30).

Den Sprung in den Ortsrat verfehlt haben Matthias Tiede (21 Stimmen), Katrin Holst (29), Peter Stieber (19) und Paul Roth (16). Alle neun Bewerber traten für die Freie Wählergemeinschaft Kammerborn an.

Volker Fuchs: Der Einzelbewerber gibt in der Albert-Schweitzer-Schule bei der Uslarer Bürgermeisterwahl am 25. Oktober seine Stimme ab.

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