Seltenheit im Nahverkehr

Bekannter Kraftfahrer aus Uslar: Babys Lkw hat eine Million Kilometer runter

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So kennt man sie: Lothar "Baby" Hildebrand, Fahrer bei Mittelstädt, und sein Mercedes-Lkw, der eine Million Kilometer gelaufen ist – eine Seltenheit im Nahverkehr.

Uslar. Der Lastwagen von Lothar Hildebrand bei der Firma Mittelstädt hat eine Million Kilometer auf dem Tacho. Das ist selten, weil das Fahrzeug nur im Nahverkehr eingesetzt wird.

Wer Lothar Hildebrand mit der Firma Mittelstädt in Verbindung bringt, wird im Uslarer Land Schulterzucken auslösen. Wer aber den Spitznamen Baby sagt, der bekommt garantiert die Antwort: "Ach, der mit dem blauen Lastwagen."

Genau: 38 Jahre fährt der Mann schon für die alteingesessene Uslarer Entsorgungs- und Transportfirma (früher an der Wiesenstraße beheimatet, heute an der Ladestraße in Allershausen). Aber noch nie ist ein Lkw so viel gelaufen: eine Million Kilometer. „Für den Nahverkehr auf jeden Fall eine Seltenheit“, sagt Baby. Woran das liegt? „An der guten Pflege“, lobt Geschäftsführerin Heike Mittelstädt.

Baby spricht von regelmäßiger Wartung und davon, „auf Geräusche zu achten.“ 17 Jahre und vier Monate alt ist das Baby von Baby: ein Mercedes Actros 1831, Marke Absetzkipper. Damit fährt Baby Container zu Kunden und holt sie wieder ab. „Grünmüll, Bauschutt, Kläranlagenabfall, für alles“, lautet die Antwort auf die Frage, was so alles in so einen Mittelstädt-Container kommt.

Für den 59-jährigen Kraftfahrer ist es der vierte Lastwagen bei Mittelstädts. Vor 38 Jahren hat Baby beim legendären Chef Karl-Heinz Mittelstädt, genannt Max, angefangen. Er kam aus Scheden und wurde als Müllwerker eingestellt, wie es damals hieß.

Aus der Zeit kommt auch sein Spitzname, sagt Baby. Das ist schon so lange her, dass keiner mehr genau weiß, wie es dazu kam. Fakt ist, dass Baby der Firma seitdem die Treue hält: „Seit dem 20. August 1979“, weiß er noch genau das Antrittsdatum.

Heute ist er einer von 27 Mitarbeitern in dem Entsorgungsfachbetrieb, für den insgesamt neun Lastkraftwagen im Einsatz sind. Baby wünscht sich zwar, dass der Lastwagen noch bis zu seiner Rente hält. Doch da ist man sich nicht mehr so sicher, ob das Fahrzeug das schafft. Man sei schon auf der Suche nach einem Nachfolgefahrzeug, berichtet Heike Mittelstädt.

Kurz nach Feierabend bietet sich unterdessen in Uslar ein gewohntes Bild: Der blaue Lkw von Baby steht auf einem der großen Parkplätze an der Wiesenstraße. Wieso eigentlich? Ganz einfach, sagt Baby: „Da wohne ich.“

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