Dissertation behandelt Regionalgeschichte

Belobigung für Uslars Archivar Althaus und seine Doktorarbeit

+
Anstoßen mit dem neuen Doktortitelträger Daniel Althaus (Mitte): Die Fachbreichsleiter (von rechts) Bernd Klodner und Ralf Müller Uslar sowie (von links) Antje Nofz vom Personalrat und Bürgermeister Torsten Bauer.

Uslar. Die Arbeit von Stadtarchivar Daniel Althaus für Uslar wird nun auch durch eine besondere Qualifikation zum Ausdruck gebracht: Er trägt seit kurzem einen Doktortitel.

Bürgermeister Torsten Bauer nahm das zum Anlass, seinen Mitarbeiter im Namen von Rat und Verwaltung sowie im Beisein der Fachbereichsleiter und der Personalvertretung für seine Doktorarbeit öffentlich zu belobigen. Bauer sagte, dass er sich freue, dass das Gedächtnis der Stadt, wie er das Archiv bezeichnete, nun neben der fachlichen Begleitung auch wissenschaftlich Reputation erfahre. Das betreffe auch die Arbeit von Althaus für das Museum: Sie falle nicht nur optisch durch die Sonderausstellungen auf, sondern vor allem durch die hohe fachliche Qualifikation.

Bauer sagte, dass die Promotion für die Kultur im Uslarer Land eine fachliche Aufwertung bedeute. Der Bürgermeister bezeichnete es zudem als Glücksfall, dass sich die Doktorarbeit von Althaus auch noch mit der regionalen Geschichte befasse, der Spiegelglashütte in Amelith.

Sie war schließlich einmal einer der bedeutendsten Betriebe für das Königsreich Hannover. Allerdings gab es darüber so gut wie keine Hinweise mehr: Es fehlten vor allem bedingt durch Kriegseinwirkungen Quellenangaben. Eine große Hilfe waren da die Nachfahren der früheren Glashüttenbesitzer, die ihre privaten Archive bereitstellten, berichtet Daniel Althaus.

1776 gab es die ersten Schritte für eine Spiegelglashütte in Amelith. Ausschlaggebend war die Überlegung in Hannover, wie man das Holz im Solling versilbern könne. Die Hütte bestand bis Ende der 1920er-Jahre und war schon lange in privaten Besitz übergegangen.

Hochbezahlte Facharbeiter

Die Facharbeiter in der Hütte in Amelith waren hochbezahlt, während drumherum Armut herrschte. So gibt es die Formulierung aus der damaligen Zeit: Die Amelither sind so reich, dass sie nicht wegziehen müssen. Die Polierer dagegen so arm, dass sie nicht wegziehen können. Die Doktorarbeit kann nun nach Abschluss des Prüfverfahrens als Buch erscheinen (im Verlag Mitzkat), erst danach kann Daniel Althaus offiziell den Doktortitel führen.

Althaus, 36 Jahre alt, ist ledig und lebt in seinem Heimatort Ahlbershausen. In seiner Freizeit ist er Jäger und auch als Jäger Hackelberg bei Stadtführungen in Uslar aktiv. Zudem ist er ehrenamtlich im Sollingverein sowie in Ahlbershausen im Museums- und Kulturverein engagiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.