Daniela Brehm hat Ideen für Gebäudenutzung

Liebe auf den ersten Blick: Erfurterin will den alten Berghof in Delliehausen retten

Seit vier Jahren Besitzerin des alten Berghofes: Daniela Brehm kann sich vorstellen, dass in diesem wohl 1750 errichteten Haus mit Stall im Obergeschoss zwei kuschelige Ferienwohnungen entstehen könnten und hinter dem Holzrolltor auf der Deele eine Art Dorfladen mit regionalen Produkten aus dem eigenen Garten.
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Seit vier Jahren Besitzerin des alten Berghofes: Daniela Brehm kann sich vorstellen, dass in diesem wohl 1750 errichteten Haus mit Stall im Obergeschoss zwei kuschelige Ferienwohnungen entstehen könnten und hinter dem Holzrolltor auf der Deele eine Art Dorfladen mit regionalen Produkten aus dem eigenen Garten.

Für Daniela Brehm aus Erfurt ist der alte Berghof in Delliehausen zu Schade fürs Abreißen. Sie will das Gebäude wieder schmuck herrichten.

Delliehausen – Auf der Suche nach einem schnuckeligen Haus ist Daniela Brehm (37) vor einiger Zeit auf eine Ebay- Kleinanzeige gestoßen. Da wurde das ehemalige Haus mit 4000 Quadratmetern Grundstück von Gerda und Wilhelm Fasse an der Hajestraße in Delliehausen angeboten. Die gebürtige Erfurterin reiste zur Besichtigung in den Solling an und hat sich sofort verliebt in das Gebäudeensemble mit dem alten Berghof an der Straße.

Bäume und Hang drücken: Ein Teil des Daches ist nach einem Mauerfall und weggedrückten Balken bereits in sich zusammengefallen.

Zum Kaufpreis will die gelernte Chemisch-Technische Assistentin, die zuletzt in der Gemeinde Gleichen lebte und als Medizinisch-Technische Assistentin in einem Betrieb in Göttingen arbeitet, nichts sagen. Statt Miete für eine Wohnung zu zahlen, wollte sie das Geld lieber für ein eigenes Haus ausgeben. Bald sei der Kredit abbezahlt, dann wolle sie in die Gebäude investieren. Sie lebt im unteren Haus, in dem die betagte Witwe Gerda Fasse auch lebte, bevor sie zu ihrer Tochter in die Nähe von Bremen zog.

Alter Berghof: Auflagen vom Amt

Im Hausinnern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: An diesen einfach verglasten Fenstern zur Hajestraße hin hatte sich der bereits verstorbene frühere Hausherr Wilhelm Fasse eine kleine Werkstatt eingerichtet. Das wohl 1750 gebaute Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Daniela Brehm hat Ideen für die Nutzung des wohl um 1750 errichteten Fachwerkhauses parallel zur Hajestraße. Gern würde sie das leer stehende Gebäude sanieren. Baumbewuchs, der vom Hang drückte, hat einen Teil des Gebäudes nach dem Wegbrechen der Fundamentsteine zum Einsturz gebracht. Sie könne sich aber die Rettung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes vorstellen.

Nur nicht so, wie es die Denkmalbehörde mit ihren Auflagen vorgibt. Alle Arbeiten müssten von einem Architekten geplant und berechnet und von Fachfirmen erledigt werden, sagt die Hausbesitzerin. Soviel Geld hat sie aber nicht, zumal die Investitionen bei bis zu 200.000 Euro liegen könnten, zumal es auch nur einen geringen Denkmalschutz-Zuschuss gebe.

Notdürftig abgestützt: Die neue Hausbesitzerin hat das Nebengebäude ihres idyllisch am Hang gelegene Wohnhauses bereits in diesem Zustand mit gekauft.

Im Ortsrat hat sie ihre Ideen mit Ferienwohnungen und einem Deelen-Marktstand und Fahrradwerkstatt bereits vorgestellt. Mitstreiter hat sie nicht gefunden.

Nach und nach würde sie das Haus sanieren, auch mit Holzbalken, Lehmsteinen in den Gefachen und einfachem Kalkputz auf den Wänden. Doch wenn nicht bald etwas gemacht würde, drohen der weitere Zerfall und eine Sperrung wegen Einsturzgefahr. Fürs Abreißen sei ihr das Haus aber zu Schade, obwohl sie es abreißen dürfte, wie sie sagt. Dann würde aber „ein schönes Schätzchen“ im Dorfbild fehlen. (Jürgen Dumnitz)

E-Mail: daniela_brehm@yahoo.de

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