Bestseller-Autor Wolf sorgt in Uslar für ausverkauftes Haus und gute Laune

Ganz in seinem Metier: Klaus-Peter Wolf beim Auftritt in Uslar. Ob als Erzähler oder Vorleser, der Autor präsentierte sich als exzellenter Unterhaltungskünstler. Foto: Schneider

Uslar. Der Mord bei Menzhausen blieb den über 360 Fans des Bestseller-Autors Klaus-Peter Wolf am Samstagabend im ausverkauften Forum des Gymnasiums Uslar vorenthalten. Doch der bekannte Schriftsteller verwies auf den dramaturgischen Knackpunkt in seinem neuen Ostfriesen-Krimi „Ostfriesenschwur“.

Vorlesen würde an dieser Stelle zu viel verraten.

Dem Autor mit den markanten Hosenträgern und dem Mini-Zopf, der als Mitglied der Seemanns-Band Santiano durchgehen könnte, genügte aber schon der Einstieg in den Uslar-Mord, um einen von unzähligen Lacherfolgen zu ernten: Die Ermittler um seine Star-Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen hören von einem Mord irgendwo in Süddeutschland und meinen das südniedersächsische Uslar.

Doch bevor es überhaupt dazu kommt, dass Wolf bekannt gibt „Im neuen Roman habe ich Ihnen eine Leiche nach Uslar gelegt“, erfährt die Fangemeinde, wie der Mann tickt, was seine Taktik beim Schreiben ist und was er sonst noch so treibt. Klaus Peter-Wolf entpuppt sich als Everybody’s Darling und exzellenter Unterhaltungskünstler. Er bekennt, dass Uslar Liebe auf den ersten Blick war, als er sich ans vorige Jahr erinnert. Es war Markt in der Stadt, er aß eine Suppe, kam mit den Leuten ins Gespräch und fühlte sich einfach so wohl, dass Uslar zum Tatort wurde und er wiederkam. Apropos Wohlfühlen: Er legt die Leichen immer dorthin, wo es ihm am besten gefällt. So beschreibt er mit seiner klaren und kräftigen Sprache die schönste Orte, schafft Harmonie. Und wenn es am Schönsten ist, so Wolf, dann kommt ein Mord.

Der Bestseller-Autor erklärt, dass er seine Krimis mit Füllfederhalter in eine Kladde schreibt, dass es viele Figuren aus seinen Krimis tatsächlich gibt und er erst über seine Figuren schreibt, wenn er in ihre Rolle geschlüpft ist. „Meine Frau sagt, wenn ich Ann-Kathrin Klaasen bin, verändere ich sogar meine Gangart.“

Seine Frau steht auch auf der Bühne: Mit Gunnar Peschke (Bassist und Redakteur beim ZDF) stellte die Kinderbuchautorin und -Liedermacherin Songs der neuen CD zu den Krimis ihres Mannes vor.

Die Uslarer feierten sie und den Autor und spendeten oft Szenenapplaus. Zum Schluss applaudierten sie im Stehen. Wolf und Co. zeigten sich überwältigt.

Das sind auch die Veranstalter von der Stadtbücherei, die die Lesung dank Sponsoren und Helfer als Höhepunkt ihres Jahresprogramms verbuchen. Und Bürgermeister Torsten Bauer, der Geschenke regionaler Herkunft überreichte, freute sich und verriet so viel, dass er im neuen Wolf--Buch als Bürgermeister nicht das Mordopfer geworden ist.

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