Veranstaltung gegen das Artensterben

Bienen- und Blütenfest in Fürstenhagen macht Mut zu wilden Ecken

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Informationen auf der Blumenwiese: Dr. Friederike Kaiser (links) rief dazu auf, mehr Lebensraum für Insekten und Vögel zu schaffen.

Fürstenhagen – Das Thema Artensterben und seine Bedeutung rückten der Heimatverein und die Imker aus Fürstenhagen am Sonntag in den Mittelpunkt einer bemerkenswerten Veranstaltung am Dorfmuseum: Aufzuzeigen, was schon jetzt zum großen Artensterben führt, und was man dagegen tun kann.

Das Fest hatte für die Gastgeber mit rund 100 Besuchern eine herausragende Resonanz.

Es kamen so viele wie sonst kaum, die meisten aus Fürstenhagen, etliche aus Bodenfelde, Göttingen und anderen Orten. Dr. Friederike Kaiser, die das Bienen- und Blütenfestfest mit dem Heimatverein und ihrem Mann Berthold Schrimpf und dessen Imkerkollegen Dirk Bode auf die Beine stellte, formulierte es so: Was nützt es, Insektenhotels in den Garten zu stellen, wenn das Nahrungsangebot bei Weitem nicht mehr vorhanden ist. Sie forderte bei ihren Informationsführungen, dass es von Mai bis September ständig blühe in den Gärten, damit die Bienen Nahrung finden, sie sprach von Mut zu wilden Ecken und Mut zu blühendem Unkraut und verlangte mehr Lebensraum für Insekten und Vögel.

Darüber hinaus müssten Feldmark und Dorfumfeld einbezogen werden mit Hecken und blühenden Wegrändern. Thema waren auch Steingärten, die zunehmend in den Dörfern Einzug halten: Das gehe gar nicht, hieß es, weil damit noch mehr Fläche versiegelt werde.

Berthold Schrimpf machte bei der Erklärung der großen Ausstellung zum Thema Artensterben seiner Meinung Luft und forderte das Ende der milliardenschweren EU-Förderung nach dem Gießkannenprinzip und stattdessen auf gezielte Subventionen von umweltschonenden Maßnahmen umzuschwenken.

Schrimpf und Bode ermöglichten den Besuchern vor allem Einblicke in ein Bienenvolk und stellten vor, was die Bienen so alles brauchbares produzieren neben Honig und Wachs. Außerdem erklärten sie, dass Produkte aus dem Bienenstock auch Propolis als Antibiotikum und der Königinnenfuttersaft Gelee Royal mit gesundheitsfördernden Eigenschaften sind.

Für Kinder gab es Bastelaktionen (Insektenhotels) und Malaktionen auf dem Hof, zudem wurden Bücher und Broschüren angeboten sowie Saatgut-Tütchen, ferner war ein Extra-Stand zum Thema Hummeln aufgebaut. Außerdem gab es Kaffee und Kuchen, kühle Getränke und Würstchen. Beim Honigquiz erkannte Jens Ackerhans alle sechs zu erratenden Sorten der Imkerei Oberweser und gewann ein Glas Honig seiner Wahl: Er griff zum Akazienhonig.  fsd

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