Genussschein-Aktion

Uslarer Brauerei will mit Bierabo ihre Modernisierung unterstützen

Jörg Tietz, Geschäftsführer der Brauerei Bergbräu in Uslar, mit Kiste Bier und Genussschein-Aktion, mit der die Modernisierung der Brauerei unterstütz werden soll.
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Wirbt für seine Genussschein-Aktion: Jörg Tietz, Geschäftsführer der Brauerei Bergbräu in Uslar.

Mit einer besonderen Aktion macht die Uslarer Brauerei Bergbräu von sich reden: Sie bietet Genussscheine an, mit denen man über einen Zeitraum von zehn Jahren in jedem Jahr extra gebraute Bierspezialitäten bekommt.

Uslar - Mit dem Erlös soll vor allem die dringend erforderliche Modernisierung der Brauerei finanziell unterstützt werden „Wir müssen uns der Situation stellen“, sagt Bergbräu-Geschäftsführer Jörg Tietz und macht auf die beiden derzeit größten Probleme aufmerksam: Es ist einerseits der nach seinen Worten außer Rand und Band geratene Preiskampf der Fernsehbiere, wie Tietz die Dumpingangebote der Konzerne nennt, die nichts mehr mit Wertschätzung des deutschen Bieres zu tun hätten.

Zum anderen treffen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie das Uslarer Traditionsunternehmen: Mit der Schließung der Lokale, Restaurants und Gaststätten fehlt ein kompletter Absatzmarkt.

Wer Jörg Tietz kennt, der seit Mai 2019 Geschäftsführer ist und mit seinem Team seitdem eine bemerkenswerte und erfolgreiche Offensive für die Uslarer Brauerei gestartet hat, weiß, dass ihm und seinem Team nie Ideen ausgehen. Für ihn gilt, dass der Mittelstand erfinderisch sein muss. Er selbst sieht sich mit der Brauerei in vergleichbarer Position wie ein Start-up-Unternehmen, das durchstarten will, es aber unter den derzeitigen Umständen nicht geht.

Ihm liegt am Herzen, die Qualität der Biere zu erhalten, auszubauen und mehr regionale Produkte zu integrieren. „Gas geben und in die Zukunft investieren“, schreibt Tietz zur Genussscheinaktion, die als Idee geboren wurde als Antwort auf die anhaltende Krise.

In den vergangenen Wochen waren Braumeister, Ingenieure und Anlagenhersteller damit beschäftigt, ein tragfähiges Konzept für die dringend erforderliche Modernisierung der Bergbräu zu erstellen, berichtet Tietz. Ziel ist demnach, den Verbrauch von Energie, Wasser und Rohstoffen deutlich zu senken, die Produktionszeit zu verkürzen und die Qualität der Biere zu verbessern.

Um das alles verwirklichen zu können, setzt die Brauerei auf die Unterstützung ihrer Kundschaft und anderer wohlgesonnener Menschen: Sie sind aufgerufen, Bergbräu-Genussscheine für 179 Euro das Stück zu erwerben und zehn Jahre lang exklusive Leistungen zu erhalten: jedes Jahr eine Kiste mit speziell gebrautem Bier. Dafür sollen jedes Jahr andere Braumeister sorgen, die den Sud für das Genussschein-Bier aufsetzen. Während eines extra vorgesehenen Genussscheintags findet dann einmal im Jahr die feierliche Übergabe statt. Außerdem ist vorgesehen, im Sudhaus eine Tafel mit den Namen aller Genussschein--Käufer zu installieren.

Grundsätzlich gilt, dass auch auswärtige Unterstützer Genussschein erwerben können. Die extra gebraute Jahresgabe wird dann verschickt. Was mit den Einnahmen aus der Genussschein-Aktion passiert, will das Unternehmen nach Angaben seines Geschäftsführers im Internet darstellen. Im Mittelpunkt stehen Modernisierung und Qualitätssicherung.

Rein informell fügt Tietz noch hinzu, dass Kündigungen des Genussscheins möglich sind, falls etwas unvorhergesehenes dazwischen kommt.

Der Bergbräu-Chef ist zuversichtlich und gibt zudem die Parole aus, gemeinsam durchzuhalten, nicht wehzuklagen, sondern neue Wege zu beschreiten.  

Informationen zum Bergbräu-Genussschein: shop.bergbraeu.de/genussschein

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