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Bierbrauer in Uslar und Einbeck durch Gaskrise unter Druck

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Von: Niko Mönkemeyer, Hannah Köllen

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Zwei Männer in der Fassabüllung einer Baurerei
Auch bei der Brauerei Bergbräu in Uslar hat die Gaskrise Auswirkungen auf die Produktionskosten. Unser Foto zeigt die beiden Auszubildenden Sebastian Neumann (links) und Adrian Bojanowski in der Fassabfüllung. © Schneider, Frank

Die Brauereien im Landkreis Northeim leiden unter höheren Energiekosten.

Uslar/Einbeck – Die steigenden Energiepreise machen auch vor einem der deutschen Kulturgüter nicht Halt: Die Bierproduktion ist teurer geworden.

Auch in der Privatbrauerei Bergbräu in Uslar machen sich die steigenden Energiekosten bemerkbar: „Die Preise haben sich seit Anfang des Jahres vervierfacht“, sagt Geschäftsführer Jörg Tietz.

Im Monat werden in der Brauerei durchschnittlich 1000 Hektoliter Bier hergestellt. Gebraut wird an zwei Tagen pro Woche. Das Bier in Uslar wird mit Gas produziert. „90 Prozent unseres Gasverbrauchs werden für den Brauprozess benötigt“, sagt Tietz.

Mittlerweile habe er Angst, in die Zukunft zu schauen. Sein Unternehmen habe bereits im vergangenen März eine Preisanpassung vorgenommen. „Diese wird aber sicherlich nicht ausreichen“, ist sich Tietz sicher. Eine zweite Preisanpassung stehe an, aber man müsse sich „an die Marktentwicklung anpassen“.

Die steigenden Preise beschränkten sich nicht nur auf die Energiekosten, so Tietz. Auch Preise für Rohstoffe, Flaschen, Kronkorken und Etiketten hätten sich erhöht. „Die gesamten Betriebskosten sind gestiegen. Das ist eine richtige Tsunami-Welle“, sagt Tietz.

Die Einbecker Brauerei müsste eigentlich auch ihre Preise erhöhen, um den Kostenanstieg aufzufangen, konkrete Planungen dafür gibt es aber noch nicht. „Preisanpassungen sind unabdingbar“, sagt Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG, auch wenn es im April bereits eine Erhöhung gegeben habe. Diese sei aber bereits neun Monate vorher geplant gewesen, als der Ukraine-Krieg und der Anstieg der Gaspreise noch kein Thema gewesen seien.

Gegen eine weitere Preisanhebung wehre sich der Einzelhandel, betont Deutsch, und da der Pilsmarkt einer der härtesten Wettbewerbe im Bereich der Nahrungsmittel sei, müsse man erst einmal abwarten und schauen, wie man mit der Situation jetzt umgehe.

„Sollte sich die Lage weiter verschärfen und das Gas tatsächlich noch knapper werden, hätten wir die Möglichkeit, unsere Produktion in Einbeck umzustellen und wieder Öl statt Gas zu nutzen“, so Deutsch. Eine verstärkte Nachfrage nach Öl würde dann allerdings wohl zu einer Anhebung des Ölpreises führen. „Man weiß im Moment einfach nicht, wie sich alles weiter entwickeln wird.“ (Hannah Köllen, Niko Mönkemeyer)

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