Böige Diskussion um das zweite Windrad in Verliehausens Gemarkung

Stellte sich den Fragen in Verliehausen: Der Arenborner Windrad-Betreiber Marc Jacobi (links) hatte eine Computer-Präsentation über sein Vorhaben vorbereitet und beantwortete Fragen. Er will ein zweites Windrad am Klingenhövel in der Gemarkung von Verliehausen/Ahlbershausen errichten. Foto: Dumnitz

Verliehausen. Das Thema Windräder spaltet nach wie vor die Gesellschaft. Das wurde auch am Montag bei der teils recht böigen Informationsveranstaltung des Verliehäuser Ortsrates mit etwa 90 Zuhörern im Saal des Gasthauses Zum Bahnhof deutlich.

Die einen haben kein Problem mit den Windmühlen, die ein politisch gewollter Beitrag zur Versorgung mit regenerativer Energie sind. Die anderen befürchten eine Beeinträchtigung ihres Lebens, führen Lärm, Schlagschatten, fehlenden Schlaf und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen als Gegenargument ins Feld. Und eine Verschandelung der Natur mit einhergehender Wertminderung ihrer Immobilien.

Windräder sind Kraftwerke der Zukunft. Das machte Mark Jacobi deutlich. Der Arenborner ist Betreiber des Windrades am Klingenhövel oberhalb von Ahlbershausen und Verliehausen, das seit vergangenen Herbst in Betrieb ist. Er will ein zweites Windrad rund 500 Meter unterhalb der ersten Anlage in Richtung Verliehäuser Gemarkung errichten und hat entsprechende Voranfragen an die Stadt Uslar gestellt. Eine Einwohnerin hatte danach gefragt, weil sie sich wunderte, dass er sich den Fragen der Einwohner der angrenzenden Dörfer stelle, aber gleichzeitig sagt, dass er das Windrad nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben auf jeden Fall bauen wolle. Er habe gar kein Interesse, sich die Ängste und Sorgen der Anwohner anzuhören und das gegen sein Vorhaben aufzuwiegen, unterstellte die Zuhörerin dem 30-Jährigen.

Er hat eine Bauvoranfrage für die Einrichtung einer zweiten 2,3 Megawatt-Windkraftanlage mit einer Gesamthöhe von 185 Metern gestellt. Das Windrad soll auf seinem Grundstück gebaut werden.

„Vorausgesetzt, mein Vorhaben ist überhaupt genehmigungsfähig“, sagte Mark Jacobi in der Info-Veranstaltung, zu der der Verliehäuser Ortsrat eingeladen hatte. Moderator war Ortsbürgermeister Bodo Leßner, der mehrmals zur Sachlichkeit mahnte.

„Gefälligkeitsgutachten“

Böig wurde es etwa, als unter anderem Bernd Schmiedel, Günter Schnitzler und Heinz Gerke den Arenborner fragten, warum er denn nicht Mitgesellschafter der BHS Windkraft GmbH aus Minden sei, die laut Handelsregister Betreiber der Anlage sei. Schmiedel sprach gar von Gefälligkeitsgutachten etwa zum Thema Rotmilan.

Jacobi entgegnete, dass er neben Geschäftsführer Bernd Brinkmann (Minden) gleichberechtigter Chef des Windrades sei und auch Initiator der zweiten Anlage. Darüber gebe es privatrechtliche Vereinbarungen mit der BHS Windrad GmbH. Sobald erste Zahlen vorliegen, werde er den Beweis durch das Zahlen „eines ganzen Batzens von Gewerbesteuer“ an die Stadt Uslar erbringen, sagte Jacobi.

Mit den Themen Infraschall, Rotmilan, Lärm und eine mögliche Bedrohung durch die Anlage sowie weitere Kriterien werden sich die Fachbehörden im Laufe der einjährigen Planprüfung beschäftigen, sagte Ralf Mohr von der Uslarer Stadtverwaltung. Das werden auf Grundlage der Gesetze alle Vor- und Nachteile abgewogen und danach entschieden.

Von Jürgen Dumnitz

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