Informationsveranstaltung im Rathaus Uslar

Bürgerbus in Uslar: Das Projekt schreitet weiter voran

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Großes Interesse: Beim Infoabend über das Uslarer Bürgerbus-Projekt des DRK begrüßten Bürgermeister Torsten bauer (verdeckt) und Renate Andermann, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, 50 Zuhörer im Rathaussaal.

Uslar. Der DRK-Ortsverein Uslar ist mit seinem Bürgerbus-Projekt vorangekommen. Theoretisch könnte der Bus für Uslar und die Ortsteile noch in diesem Jahr fahren.

Allerdings will DRK-Vorsitzende Renate Andermann sich noch nicht festlegen, denn es ist auch noch jede Menge zu tun.

Das DRK informierte am Donnerstagabend vor 50 Zuhörern im Rathaussaal über den Stand der Dinge. Die Stadt Uslar ist dabei Kooperationspartner und war durch Bürgermeister Torsten Bauer vertreten, der als Hausherr die Zuhörer begrüßte, darunter die Ortsbürgermeister aus Uslar und den Ortsteilen sowie Stadtratsmitglieder und interessierte Einwohner.

Großer Zuspruch kam aus Bodenfelde: Manfred Wolff vom dortigen Bürgerbus-Projekt, das unterdessen über ein Elektro-Fahrzeug verfügt, ermutigte das DRK: Es bestehe großer Bedarf. Der Bus fahre künftig auch Uslar an.

Grund für den Bürgerbus: Fehlende Mobilität älterer Mitbürger

Renate Andermann erinnerte an die Beweggründe für das Bürgerbus-Projekt: Es ist die fehlende Mobilität älterer Mitbürger. Zum einen betreffe das die Selbstversorgung wie Einkaufen und zum Frisör gehen.

Zum anderen betreffe es die Teilnahme am öffentlichen Leben wie Veranstaltungen von Vereinen. Der Bürgerbus soll Abhilfe schaffen, auch bei jüngeren Familien, die nur über ein Fahrzeug verfügen und es benötigen, um zur Arbeit zu kommen. Hinzu komme, dass einige Ortsteile nur noch morgens vom Schulbus angesteuert werden und es keinen öffentlichen Personennahverkehr mehr gibt.

Renate Andermann berichtete, dass eine Förderung über das EU-Programm Leader beantragt ist und man sehr zuversichtlich ist. Zudem bereitet das DRK mithilfe der Stadt Uslar einen Antrag auf Geld aus der Sport- und Sozialstiftung des Landkreises Northeim vor.

Ferner haben Firmen gespendet oder beteiligen sich mit Zuschüssen für Werbeflächen auf dem Fahrzeug. Das Fahrzeug soll ein Opel Vivaro (Neun-Sitzer) vom Autohaus Siebrecht werden. Eigner wird das DRK, Standort bei der DRK-Bereitschaft Solling im ehemaligen Autohaus Südhannover. Die Frage, ob Geld für die Fahrten genommen wird wie in Bodenfelde, ist für Uslar noch nicht geklärt.

Bürgerbus Uslar: Ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht

Der Bürgerbus soll im Gebiet des Altkreises Uslar eingesetzt werden. An zwei Tagen die Woche soll man seine Fahrten für die darauffolgende Woche anmelden können. Für die Mithilfe werden auch aus den Ortsteilen ehrenamtliche Helfer gesucht, die entweder als Fahrer fungieren oder die Termine koordinieren. Allein könne das das DRK nicht stemmen, sagte Renate Andermann und rief zur freiwilligen Mitarbeit auf. Der Bürgerbus soll zudem an Wochenenden Vereinen und Jugendgruppen angeboten werden.

Von Anfang an sind über das Projekt Bürgerbus Uslar die betroffenen Firmen Taxi-Jörn und Fricke Krankenbeförderung und Mietwagen informiert worden, berichtete Renate Andermann und legte Wert auf die Feststellung, dass der Bürgerbus keine Konkurrenz bedeute. Die Firma Jörn sehe das auch so.

Michael Fricke zeigte sich beim Infoabend kritisch: Der Transport von Menschen sei die Aufgabe von Firmen wie seiner und nicht der gemeinnütziger Vereine. Die betroffenen Firmen sollen die undankbaren Fahrzeiten zum Beispiel spät am Abend abdecken. Grundsätzlich zeigte er Verständnis für das Bürgerbus-Projekt und dessen Prinzip.

Renate Andermann machte die Krux deutlich: Viele ältere Menschen würden im Prinzip kein Taxi bestellen, um zum Einkauf zu kommen, einen Bürgerbus aber schon.

Manfred Wolff vom Bürgerbus Bodenfelde berichtete, dass dort die Taxi- und Mietwagenfirmen keine Einbußen verzeichneten. Bernd Franke von der Unabhängigen Wählergemeinschaft sagte, dass ein Vorteil entstehe für mehr Mobilität, und die Firmen zum Einsatz kämen, wenn der Bürgerbus nicht fahre. Auch Bürgermeister Bauer sprach von Synergieeffekten. Der Bürgerbus sei ein wichtiger Beitrag für mehr Mobilität.  

Ansprechpartnerin für den Bürgerbus in Uslar ist Renate Andermann vom DRK, Telefon 0 55 71/91 36 11.

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