Bürgerinitiative Pro Fürstenhagen: Die tiefen Gräben bleiben

Fürstenhagen. Das Thema Windrad hat die Einwohner des Dorfes gespalten, bestätigt die Bürgerinitiative Pro Fürstenhagen.

Die Bürgerinitiative hat sich zum Ziel gesetzt hat, Windkraftanlagen in der Nähe des Dorfes zu verhindern und „die einmalig unberührte Region und die Lebensqualität zu erhalten“.

Mit einem von Inge Sustrate unterzeichneten Schreiben hat die Bürgerinitiative auf die jüngste öffentliche Sitzung des Ortsrates reagiert, in der es um dieses Thema ging. Die tiefen Gräben seien durch die Rede von Ortsbürgermeister Georg-Wilhelm Ellias nicht gemildert worden. Elias habe sich „ausschließlich selbst freigesprochen und mit der Bürgerinitiative abgerechnet“, heißt es. Bürgerbedenken seien vom Tisch gefegt worden.

Auf die Frage, nach welchen Kriterien der Ortsrat seine Entscheidung über die vorgesehene Windkraftanlage treffe, habe Elias geantwortet, dass die Ortsratsmitglieder ihre Entscheidung alleine treffen. „Einen Einblick über das Für und Wider konnte man nicht bekommen“, bemängelt Sustrate.

Die Initiative bedauert, dass eine Meinungsumfrage im Dorf zum Thema Windrad abgelehnt wurde.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer hätte Interesse an einer solchen Umfrage zeigen müssen, weil er vor einigen Wochen zur Planung eines zweiten Windrades bei Ahlbershausen/Verliehausen erklärt habe, dass nicht gegen den Willen der Bürger und nicht um jeden Preis zugestimmt werde. Das sei aus Sicht der Bürgerinitiative ein „merkwürdiges Demokratieverständnis“.

Der Bürgermeister sei Aufsichtsratsvorsitzender bei der Stadtwerke Uslar GmbH, die sich an der Planung der Windanlage in Fürstenhagen finanziell beteiligen wolle. Auch Ellias sei dort Aufsichtsratsmitglied. „Es blieb der unschöne Eindruck, die gewählten Mandatsträger benutzten ihr Mandat für die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen“, schreibt Sustrate.

Windkraft-Vorranggebiete in Nordhessen seien mit der in Fürstenhagen geplanten Anlage nicht zu vergleichen. Elias hatte eine Karte zur Erklärung präsentiert und nach Ansicht der Gegner nicht erwähnt, dass gegen die hessischen Pläne Einsprüche eingereicht worden seien. Zudem sei nicht sicher, ob es jemals zur Ausweisung der Flächen und zum Bau von Anlagen komme. Es sei bedauerlich, dass man über die hessischen Windrad-Pläne erst jetzt informiert worden sei, lange nach dem Ablauf der Einspruchsfrist Ende Mai.

Die Bürgerinitiative bedauert, dass in der Sitzung kein Wort aus den Reihen der Betreiber zu hören war und dass es auch keine Aussage über den Sachstand gab. Bisher seien „sämtliche aktuellen Informationen über Baustandort und Abstände von der Bürgerinitiative eingeholt und den Bürgern zugänglich gemacht“ worden, sagt Sustrate. Es bleibe der Eindruck, dass der Ortsrat ohne Interesse am Meinungsbild seiner Einwohner mit zwei Stimmen dem Bau aus persönlichen Gründen zugestimmt habe. (jde)

Rubriklistenbild: © dpa

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