Heute ist nach 46 Jahren Dienstzeit der letzte Arbeitstag für Bernd Tepperwien

Chef vom Kornhaus geht

Hat die Entwicklung des Kornhauses über Jahrzehnte mit geprägt: Bernd Tepperwien beim Abfüllen von Futter in eine Tüte, die er heute noch so sorgfältig falten kann, wie er es in den ersten Tagen seiner Lehrzeit beigebracht bekommen hat. Foto: Dumnitz

Allershausen. Die erste Zeit wird bestimmt wie Urlaub sein. Das meint jedenfalls Bernd Tepperwien, der heute seinen letzten Arbeitstag im Uslarer Kornhaus hat, das zuletzt Warenabteilung der Volksbank Solling hieß und nach dem Zusammenschluss unter Raiffeisen Adelebsen-Uslar GmbH firmiert. 46 Jahre lang war Tepperwien der Mann vom Kornhaus.

Geboren wurde er 1952 in Allershausen. Schon als Schüler zog es ihn zum Kornhaus, besonders im Sommer, wenn die Bauern aus der Umgebung das Getreide anlieferten. Nach dem Besuch der Volksschule in Uslar besuchte er die Handelsschule in Northeim. Da stand der Entschluss schon fest, dass er was Kaufmännisches lernen wollte. Irgendwie gab es Kontakte zum Kornhaus, wo er dann zum 1. April 1969 seine Lehre zum Großhandelskaufmann begann. Stifte oder Lehrlinge hießen die Auszubildenden damals, erinnert sich der 62-Jährige, der am Freitag 63 Jahre alt wird. „Tüten falten und mit dem Besen kehren, das waren meine ersten Tätigkeiten“, sagt Bernd Tepperwien.

Kohle und Futtermittel

Nach und nach lernte er das gesamte Sortiment des Kornhauses kennen. Und zu seinem Job gehörte auch, dass er praktisch mit anpacken musste. An den Maschinen zum Einlagern des Getreides ebenso wie als Fahrer der Lastwagen. Kohle und Futtermittel hat er damals mit ausgeliefert. Da reichte das Gebiet noch weit über Uslars Stadtgrenzen hinaus bis nach Derental und Lauenförde, Wahmbeck, Fürstenhagen und Delliehausen.

„Der Job hat mir immer Spaß gemacht. Und als Vorteil habe ich stets gesehen, dass ich nahe meines Wohnortes arbeiten konnte“, sagt Tepperwien, der mit seiner Frau seit 1973 verheiratet ist und in Allershausen lebt. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder und mittlerweile gehören auch schon drei Enkelkinder zur Familie.

Darum und um den Garten am Haus will er sich in seinem Ruhestand kümmern. „Am eigenen Haus gibt es immer was zu tun. Und vielleicht machen wir auch einfach ein paar Tage Urlaub“, sagte er. Für Urlaub braucht Tepperwien aber nicht in die weite Welt reisen, er ist sehr heimatverbunden. Und über seinen Job hat er zahlreiche gute Kontakte, die er ebenso pflegen will, wie sein Hobby Tennisspielen bei Rot-Weiß Allershausen.

Sieben Mitarbeiter

In den 46 Dienstjahren am Kornhaus sei er Allrounder gewesen. Die Abwechslung zwischen Schreibtisch und den anderen Arbeiten am Getreidesilo, bei der Heizölstation oder im Futtermittel-Warenlager empfand er als sehr gut. „Es war nie eintönig“, so Bernd Tepperwien. Von 1984 bis 1987 war er mit Klaus Dreier Geschäftsführer des damals eigenständigen Kornhauses, danach gehörte der Betrieb zur Volksbank Uslar, die später in der Volksbank Solling aufging.

Lange Jahre wurden die Warenabteilungen der Volks- und Raiffeisenbanken in der Region mit Waren vom Kornhaus beliefert. Die sind längst Geschichte und alles auf dem Areal an der Ladestraße in Allershausen konzentriert. Da sind jetzt sieben Männer beschäftigt, denn „für Frauen ist die Arbeit im Kornhaus nichts“, sagt Tepperwien.

Sein Nachfolger ist der 47-jährige studierte Landwirt Markus Gerull, der in Güntersen lebt und seit November von Bernd Tepperwien eingearbeitet wurde.

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