Chick-Sexing: Uslarer Geschäftsführer bekommt Bewährung

Uslar/Göttingen. Nach zwei Jahren und fünf Monaten ist am Freitag der so genannte „Chick-Sexing“-Prozess vor dem Landgericht Göttingen zu Ende gegangen. Die Kammer verurteilte einen 53 Jahre alten Geschäftsführer einer Vermittlungsagentur für asiatische Kükensortierer aus Uslar (Kreis Northeim).

Der Mann bekam eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nach Ansicht des Gerichts hat sich der 53-Jährige des Vorenthaltens und der Veruntreuung von Arbeitsentgelten in 59 Fällen schuldig gemacht. Sein mitangeklagter 58-jähriger Bruder habe in 54 Fällen Beihilfe dazu geleistet. Dieser wurde zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den 53-Jährigen eine Haftstrafe von vier Jahren und für den Bruder eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert.

Die beiden alten Brüder waren angeklagt gewesen, jahrelang in ihrer Firma asiatische Kükensortierer beschäftigt zu haben, ohne für diese Sozialabgaben abzuführen.

Die Firma hatte Arbeitskräfte aus Korea und China, die speziell dafür geschult sind, bei frisch geschlüpften Eintagsküken das Geschlecht zu bestimmen („Chick Sexing“), an Brütereien vermittelt.

Der Verteidiger hatte geltend gemacht, dass die Kükensortierer keine abhängig Beschäftigten, sondern selbständig tätig gewesen seien . (pid)

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