Tagebuch aus den Wahllokalen

Stichwahl in Uslar hatte auch Corona, Trump und Bergbräu zum Thema

Die Wahlhelfer Mike Sommer (links) und Frederic Melching stehen vor dem Dorfgemeinschaftshaus Ahlbershausen und achten unter anderem auf die Corona-Regeln wie das Desinfizieren der Kugelschreiber.
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Perfekt ausgestattet: Die Wahlhelfer Mike Sommer (links) und Frederic Melching vor dem Wahlraum im Dorfgemeinschaftshaus Ahlbershausen.

Bei den vielen Wahlhelfern im Uslarer Land war am Sonntag vor allem eins wichtig: Mit der Stichwahl für den künftigen Bürgermeister für Uslar wird dieses Kapitel beendet.

Uslar - Gleichzeitig zeigten sich viele Wähler erleichtert über den Wahlausgang in den USA, hatten aber auch noch ihre Befürchtungen, was dem amtierenden Präsidenten Trump noch alles einfiele. Keine Antwort gibt es nach wie vor auf die Frage, wie lange uns das Coronavirus noch begleitet, das auch beim Wählen am Sonntag in Uslar wieder besondere Aufmerksamkeit erforderte: Wählen mit Mund-Nase-Maske, mit Abstand und mit maximal zwei Wahlberechtigten auf einmal im Wahllokal. Das funktionierte dem Anschein nach wie am Schnürchen.

Diesmal war aber auch die Uslarer Brauerei Bergbräu ein Thema: Hilft ihre Initiative, für das beste Ergebnis unter den 23 Wahlbezirken Freigetränke und 500 Euro auszuloben sowie 200 Liter Freigetränke beim Pekermarkt 2021 auszuschenken, wenn die Wahlbeteiligung insgesamt besser ist als die beim ersten Wahlgang am 25. Oktober mit 56,92 Prozent?

Die meisten Wahlhelfer und Wahlberechtigten zucken mit den Schultern. Das ist schwer vorauszusagen, heißt es meistens. Doch sicher ist, dass eigentlich alle die Brauerei für die Idee loben. Das kommt an, an diesem Wahlsonntag, an dem wir mehrere Wahllokale besucht und ein kleines Tagebuch zur Stichwahl zusammengetragen haben.

10 Uhr, Dinkelhausen, Wahllokal am Dorfgemeinschaftshaus: Bisher sind erst 15 Wähler gezählt, berichtet Ortsbürgermeister Dietrich Klinkermann. Es läuft schleppend an. Die Hoffnung aber ruht darauf, dass es ein sonniger Tag wird und doch noch einige Spaziergänger auch wählen gehen.

Am Eingangsbereich zum Wahllokal hat Ortsbürgermeister Klinkermann wieder sein Rotlicht angebracht. Es hängt über dem Tisch mit dem Desinfektionsmittel. Wenn es rot leuchtet, darf man das Gemeinschaftshaus nicht betreten, dann befinden sich zwei Wähler drinnen. Wird ein Platz frei, schaltet Klinkermann von innen das rote Licht aus und macht den Eintritt frei,

10.30 Uhr, Uslar, Albert-Schweitzer-Schule: Einzelbewerber Volker Fuchs kommt mit Frau Dorthe zum Wählen, Tochter Marie-Christin wartet vor der Tür, sie wohnt beruflich bedingt derzeit nicht in Uslar und darf in ihrer Heimatstadt nicht wählen. Im Wahllokal haben zu diesem Zeitpunkt 52 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. Und der Andrang wird um diese Zeit deutlich größer: Am Eingang bildet sich eine kleine Warteschlange.

11 Uhr, Bollensen, Albert-Wegener-Gemeinschaftshaus: Amtsinhaber Torsten Bauer kommt mit Frau Dinah und den Töchtern Laetitia und Chiara zum Wählen. Dort herrscht zu diesen Zeitpunkt rege Betriebsamkeit, zum Teil muss man draußen warten. Drinnen nickt aus dem Kreis der Wahlhelfer Ortsbürgermeister Stefan Riehm zufrieden: 56 Bollensen waren bisher wählen. Er ist zuversichtlich.

13 Uhr, Delliehausen: Von 396 Wahlberechtigten waren am Vormittag rund 100 schon im Ausweich-Wahllokal in der Mehrzweckhalle. Man vermutet eine geringere Wahlbeteiligung als vor zwei Wochen. Der Ablauf im Kreisverkehr klappt reibungslos.

Am Haupteingang stehen Desinfektionsmittel und Behelfsmasken parat, in der Halle weisen die durch Plexiglas geschützten und mit Mund-Nase-Schutz ausgestattete Wahlhelfer die Wähler ein. Nach dem Einwurf des Stimmzettels und der Abgabe des geliehenen Kugelschreibers geht es aus der Seitentür raus. Kaffee mussten sich die Helfer selbst mitbringen, das war aber kein Problem.

13.30 Uhr, Volpriehausen: Auch in der Glückauf-Halle gilt Einbahnregelung. Draußen genießen Wartende die Herbstsonne, drinnen ist ein Kommen und Gehen, gegen Mittag ist eine Flaute. Bis jetzt waren 135 von 1005 Wahlberechtigten an der Urne, das ist wenig.

14.30 Uhr, Ahlbershausen, im kleinsten Uslarer Dorf waren 68 von 103 schon da, 13 Wahlberechtigte hatten schon per Briefwahl abgestimmt. Erster bei der Stimmabgabe war um kurz nach 8 Uhr ein älterer Mann, der gleich neben dem DGH wohnt. Viele Wähler hatten eigene Kugelschreiber dabei, obwohl man Leihstifte hatte, wie es von den Wahlhelfern Mike Sommer und Frederic Melching hieß, die auf eine hohe Wahlbeteiligung – so wie sonst – hoffen.

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