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Ukrainehilfe in Volpriehausen ist zu einer Hilfsorganisation gewachsen

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Von: Frank Schneider

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Der Bus steht bereit zum Verladen: Am Doppeldecker vom Landhotel Am Rothenberg in Volpriehausen stehen Henrik Schwarz (links) und Helfer und besprechen das Verladen von Hilfsgütern.
Der Bus steht bereit zum Verladen: Am Doppeldecker vom Landhotel Am Rothenberg in Volpriehausen stehen Henrik Schwarz (links) und Helfer und besprechen das Verladen von Hilfsgütern. © Frank Schneider

In Volpriehusen hat sich aus einer spontanen Hilfsaktion für die Ukraine eine Hilfsorganisation entwickelt.

Volpriehausen – „Wir müssen was tun!“ Mit diesen Worten reagierten am Montag vor knapp zwei Wochen in Volpriehausen Henrik Schwarz vom Landhotel Am Rothenberg und Jens Ewers aus Hardegsen auf den Angriff Russlands auf die Ukraine. Die beiden stiegen in den Reisebus des Landhotels und machten sich auf den Weg, um Flüchtlinge aus der Ukraine abzuholen.

Daraus entwickelte sich innerhalb weniger Tage eine Hilfsorganisation, die nicht nur Flüchtlinge abholt, sondern auch Geld- und Sachspenden sammelt, um die Bustransporte zu finanzieren und Hilfsgüter ins Kriegsgebiet zu bringen.

Hauptakteure sind dabei Henrik Schwarz, sein Bruder Kevin Schwarz, die mit Jens Ewers die Bustransporte organisieren und sich ein Netzwerk aufgebaut haben. Für die Kosten, die mittlerweile pro Tour allein nur für den Bus auf 7000 Euro geklettert sind, ist unter dem Titel Ukrainehilfe Rothenberg ein Spendenkonto eingerichtet, das von der Bürgerinitiative Bollert-Dörfer verwaltet wird.

Mit dem Ehepaar Dirk und Susann Rennemann von Wild Exklusiv und Stefan Fricke sind kurz nach dem Start des ersten Busses Akteure hinzugekommen, die sich federführend um Sachspenden kümmern und über eine Facebook-Seite mit zentraler Stelle unter Telefon 0151/44 22 93  53 zu erreichen sind. Beteiligt waren nach der Rückkehr der ersten Busse außerdem Verbände, die Kirche, die Stadt und der Landkreis, die sich um die ersten Flüchtlinge kümmerten, die im evangelischen Gemeindehaus in Volpriehausen begrüßt und mit Hilfsgütern ausgestattet wurden, bevor sie Wohnungen im Landkreis zugewiesen bekamen.

Unterdessen hat die Ukrainehilfe Rothenberg zwei Fahrten Polen – Deutschland, fünf Fahrten Moldawien – Deutschland mit bislang 246 beförderten Personen absolviert, ein Bus ist in Zusammenarbeit mit dem Verein „Wesertal ist bunt“ unterwegs, der hauseigene Doppeldeckerbus vom Landhotel mit Kevin Schwarz am Mittwoch wieder in Moldawien angekommen. Weitere Fahrten sind in Planung. Mit Kleintransportern wurden bisher zwölf Fahrten an die polnisch-ukrainische Grenze unternommen. Aktuell fehlt es vor allem an Getränken in kleinen Flaschen und haltbaren Lebensmitteln wie zum Beispiel Energieriegeln.

Die Sachspenden-Gruppe steht jeweils parat, wenn wieder ein Bus aus Volpriehausen startet. Er wird binnen kurzer Zeit vollgepackt, dafür sorgen abrufbereite emsige Helfer. Über die Kontaktdaten bei Facebook ist jederzeit zu erfahren, was zurzeit an Spenden benötigt wird.

Die Initiative aus Volpriehausen hat bisher nach eigenen Angaben Reisebusfahrten im Wert von 90 000 Euro, Lebensmittelspenden im Umfang von 40 000 Euro und 800 Umzugskartons Kleiderspenden geleistet.

Nicht unerwähnt lassen wollen die federführenden Köpfe der Hilfsaktion eins: Ihre eigenen Betriebe und Firmen haben sie derzeit für die ehrenamtliche Ukrainehilfe hintangestellt. Sie betonen auch, dass es unter ihnen Unterschiede im Umgang mit dem Thema gibt.

Die einen wie die Schwarz-Brüder Henrik und Kevin, die sich als leise Arbeiter sehen und ganz andere Charaktere sind wie das Ehepaar Rennemann, das ganz bewusst die offensive Herangehensweise gewählt hat, um möglichst schnell viele Spenden zu generieren.

Bisher ist trotz unterschiedlichen Umgangs mit dem Thema das gemeinsame Ziel der Aktion fortwährend erreicht: den Menschen in der Ukraine zu helfen – bei der Flucht vor dem Krieg und beim Überleben. (Frank Schneider)

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