Delliehäuser bereiten Meilerfest vor: Der lange Weg zur Holzkohle

So sah es im Herbst aus: Die Helfer vom Solling-Heimatverein Delliehausen beim Aufbau des 38. Meilers an der Köhlerhütte. Am 7. Juni wird er angezündet. Foto:  Maik Olschewski/nh

Delliehausen. Jahrhundertelang prägten rauchende Holzkohlemeiler das Bild des Sollings rund um Delliehausen.

Wurden die „schwarzen Männer“, die tief im Wald aus einem großen Holzstoß binnen weniger Tage auf eine ganz spezielle Weise Holzkohle herstellten, einst oft misstrauisch beäugt, ist das Interesse an ihrem traditionellen Handwerk heute größer denn je. Das beweist das Meilerfest, das der Solling-Heimatverein seit vielen Jahren auf die Beine stellt. Termin ist am Sonntag, 7. Juni.

Erst Anfang der 1960er-Jahre legte der letzte gewerbsmäßige Köhler in Delliehausen seine Arbeit nieder. Doch die Erinnerung an die Köhlerei aufrecht zu erhalten, hat sich der Solling-Heimatverein Delliehausen zur Aufgabe gemacht.

Wer den Köhlern einmal bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und Wissenswertes rund um das Jahrhunderte alte Handwerk erfahren möchte, hat wieder die Chance dazu am 7. Juni. Denn dann heißt es wieder: Köhlertradition live erleben.

Im Mittelpunkt steht, dass die Gastgeber einen Meiler wie früher aufgebaut haben und beim Meilerfest anzünden. Zwei Wochen später ist die Holzkohle fertig. Das alljährlich gefeierte Meilerfest erfreut sich großer Beliebtheit und ist schon längst weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt.

Unter den fachkundigen Erläuterungen von Winfried Müller, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins, wird um 10 Uhr nach alter Tradition der Holzkohlenmeiler entzündet. Ein einzigartiges Ereignis, denn der Vorgang folgt ganz eigenen Regeln und Gesetzen, die es für die Köhler zu beachten gilt. Zum Anzünden spielt wieder das Bläserkorps der Jägerschaft Uslar.

Das Rahmenprogramm

Um 11 Uhr findet ein Gottesdienst mit Volpriehausens Pastorin Wasmuth-Kahle statt, um 12 Uhr gibt es neben der klassischen Köhlerstärkung – Erbsensuppe – auch Gegrilltes und in Folie gebratenes Mett, ab 13 Uhr werden Kaffee und Kuchen angeboten.

Außerdem hat sich der Musikzug des TSV Germania Lauenburg angekündigt, der die Veranstaltung ab 14 Uhr musikalisch untermalen wird. Zum Rahmenprogramm gehört außerdem das Info-Mobil „Lernort Natur“, mit dem die Jägerschaften für die Jagd und die Natur werben.

Schließlich wird es nachmittags noch einmal spannend. Dann wird der Meiler nämlich kurzzeitig geöffnet und der Quandelschacht verfüllt.

„Den ganzen Tag über gibt es rund um den Meiler viele Aktionen, die die ganze Familie zum Mitmachen einladen“, gibt Winfried Müller einen Ausblick auf das große Ereignis.

14 Tage nach dem Meilerfest ist die Transformation der Buchenscheite zur Holzkohle abgeschlossen. Dann wird der Meiler geöffnet und die Kohle herausgeholt und verkauft. Bis dahin werden die Ehrenamtlichen des Heimatvereins 500 Arbeitsstunden investiert haben. (nh)

Weitere Informationen: Solling-Vogler-Region im Weserbergland, www.solling-vogler-region.de, Tel. 05536-960970.

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