Motorenhersteller Demag in Uslar

Abbau von 100 Arbeitsplätzen: Gräberfeld und Trauermarsch der Angestellten

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Eindrucksvoll: Die Belegschaft der Uslarer Demag inszenierte anlässlich der Verhandlungen um den geplanten Abbau von 100 Stellen einen Trauermarsch zu einem Gräberfeld, das vor der Fabrik angelegt worden war. Fotos:  Demag-Betriebsrat/nh

Uslar. Ein Gräberfeld vor der Fabrik, ein Trauermarsch: Mit großer Inszenierung machten Mitarbeiter der Demag in Uslar auf den geplanten Abbau von 100 Arbeitsplätzen aufmerksam.

100 Holzkreuze symbolisierten die 100 Arbeitsplätze, um die es geht. Drumherum steckten Holzstäbe mit Papptellern und traurigen Smileys drauf, die die noch verbleibende Belegschaft darstellten. Der Trauermarsch symbolisierte den Abschied von den Kollegen, die gehen müssen, wenn es zu dem massiven Arbeitstellenabbau kommt, den der Konecranes-Konzern angekündigt hat, zu dem die Demag jetzt gehört.

Doch die Kreuze können auch wieder in Arbeitsplätze umgewandelt werden, sagte Betriebsratsvorsitzender Norbert Wehrhahn nicht ohne Grund: Nach der jüngsten Verhandlungsrunde am Mittwoch sei man noch einmal ein gutes Stück weggekommen von 100 abzubauenden Stellen. Konkreter wollte Wehrhahn angesichts der anhaltenden Verhandlungen nicht werden. In der Runde davor war von 75 zu streichenden Stellen die Rede. Jetzt sind also weitere Arbeitsplätze erhalten worden.

Holzkreuze und traurige Belegschaft: Das soll das Gräberfeld bei der Demag zum Ausdruck bringen.

Abschluss steht bevor

Das soll laut Wehrhahn über Insourcing gelingen: die Wiedereingliederung von zuvor ausgelagerten Produktionsprozessen. Darüber hinaus ist nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden zwischen den Verhandlungsgruppen Betriebsrat und Südniedersachsens IG-Metall-Chef Manfred Zaffke an der Spitze auf der einen Seite und der Geschäftsleitung auf der anderen vereinbart worden, dass es Anfang Juni zu einer finalen Verhandlung kommen soll.

Wehrhahn sprach von einem Eckpunktepapier, das dann verabschiedet werden soll. Dem folge im August der geplante Zukunftstarifvertrag. So ist zumindest derzeit die Planung.

Die Verhandlungskommission der Arbeitgeber habe angesichts der Inszenierung des Trauermarsches zwar schmunzeln müssen, so Wehrhahn. Sie habe sich einmal mehr aber auch beeindruckt gezeigt von der Beständigkeit der Belegschaft und von dem professionellen Umgang mit dem Thema Stellenabbau.

Lob für die Belegschaft

Betriebsratsvorsitzender Wehrhahn berichtet darüber hinaus von einer außergewöhnlichen Situation bei der Demag: Der Krankenstand sei sehr gering, die Produktivität so hoch wie im Vorjahr. Üblich sei bei solchen Situationen mit angekündigtem Stellenabbau ein Krankenstand von 20 Prozent. Das ist in Uslar bei weitem nicht der Fall und dokumentiere eindrucksvoll die Einstellung der Belegschaft. Wehrhahn: „Uslar ist schon außergewöhnlich.“ (fsd)

Video: Blick in die Demag-Fabrik

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