Erinnerungen

Dorfläden sind im Uslarer Land und Bodenfelde längst Geschichte

Dieser Dorfladen war der erste SB-Markt im Uslarer Land: Der Spar-Laden Gropp in Allershausen wurde 1951 eröffnet und war seither im Familienbesitz. Nach einer Umgestaltung war es der erste Selbstbedienungsladen im Stadtgebiet. Man kaufte mit dem Korb an der Hand ein und zahlte an der zentralen Kasse. Bis 1996 konnte man sich sogar Frischmilch in gewünschter Menge zapfen.
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Dieser Dorfladen war der erste SB-Markt im Uslarer Land: Der Spar-Laden Gropp in Allershausen wurde 1951 eröffnet und war seither im Familienbesitz. Nach einer Umgestaltung war es der erste Selbstbedienungsladen im Stadtgebiet. Man kaufte mit dem Korb an der Hand ein und zahlte an der zentralen Kasse. Bis 1996 konnte man sich sogar Frischmilch in gewünschter Menge zapfen.

Im Uslarer Land und der Gemeinde Bodenfelde gibt es keine Dorfläden mehr.

Uslar/Bodenfelde – Seit Jahren schon sind die früher lebensnotwendigen Tante-Emma-Läden geschlossen. Ältere Dorfbewohner ohne Auto beklagten einst den Verlust der lieb gewonnenen Gewohnheiten mit dem Einkauf vor Ort.

Vom Päckchen Salz und dem beim Großeinkauf vergessenen Pfund Butter konnte kein Dorfladen bestehen. Auch Versuche, den Betrieb als Genossenschaft zu erhalten, scheiterten wie zuletzt in Schönhagen. Durch zentrale Einkaufsmärkte hat sich die Lebensqualität der Menschen im Weserbergland und Solling verändert – niemand möchte die Vielfalt in den Märkten missen.

Die Ära ging beispielsweise 1997 in Bollensen zu Ende: Seit 1931 bestand der Laden an der Bundesstraße. Gegründet wurde er als Konsum-Geschäft vom Großvater und Vater des letzten Besitzers Friedhelm Götemann.

In Volpriehausen an der Kesselgrundstraße wollte Familie Bierkamp die Umstellung auf den Euro nicht mehr mitmachen. So endete 2001 nicht nur die D-Mark-Zeit, auch das Geschäft wurde aufgegeben. Zuvor sorgten Bierkamps über 100 Jahre lang dafür, dass die Menschen im Dorf mit allem versorgt wurden, was sie täglich zum Leben brauchten.

Der kleine Gut-Kauf-Laden an der Neuen Straße in Wahmbeck war eigentlich immer offen, wenn die letzten Betreiber Edith und Albert Mordmüller tagsüber im Hause waren. Sie waren über Jahrzehnte Kaufleute aus Leidenschaft, immer für die Kunden da, und haben im April 2009 nach 74 Jahren im Familienbesitz geschlossen.

Verkauft wurden vor allem Lebensmittel, Haushaltswaren, Zeitschriften, Tabakwaren, Obst, Backwaren und Postkarten. So wie im Vivo-Laden, bei Edeka oder dem Spar-Laden in Sohlingen, in den einst vier Läden in Schoningen oder bei Onkel Leo, wie der Kaufmann Leopold Roloff in Fürstenhagen liebevoll genannt wurde. Das Geschäft war von 1959 bis Mitte 2007 sein Lebenswerk. Jürgen Dumnitz

Gardinen im Schaufenster: Der Ex-Lebensmittelladen in Delliehausen mit Ladentür-Charme der 1960er-Jahre.
Gefüllte Kaugummi-Automaten hängen noch: Seit Jahren ist die Fassade des früheren Edeka-Ladens an der Kesselgrundstraße in Volpriehausen optisch unverändert. Das Haus ist bewohnt.
Über die Veranda in den Lebensmittelladen: Mordmüllers in Wahmbeck haben seit April 2009 geschlossen.
War Vivo-Laden Brachwitz: An der Bleichstraße in Sohlingen sind die Rollläden seit vielen Jahrzehnten unten.
Ehemalige Konsum-Genossenschaft: Der frühere Laden in Schönhagen wird längst zu Wohnzwecken genutzt.
Jetzt Teil des Wohnhauses: Der Ex-Laden Götemann (bis 1997) an der Bundesstraße in Bollensen.
Zuletzt Kaufecke: Seit Ende 2015 ist das letzte Schoninger Ladengeschäft (früher Wedekind) geschlossen.

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