Engagement am Bollert

Dorfmoderatoren werben auf der Grünen Woche

Messestand auf der Internationalen Grünen Woche: Über das Modellvorhaben „Dorf ist nicht gleich Dorf“ berichteten (von links) Klaus-Dieter Karweitz (Landwirtschaftsministerium), Dorfmoderator Andreas Stänger (Schlarpe), Dorfmoderatorin Petra Pinnecke (Eichsdorf) und Rolf Gruschinski (Klein Schneen). Foto: Privat/nh

Uslar – 400 000 Besucher und 1810 Aussteller aus 72 Ländern – die Internationale Grüne Woche lockt alljährlich Publikum aus dem ganzen Land nach Berlin. Mit dabei waren diesmal zwölf Dorfmoderatoren aus den Landkreisen Northeim, Göttingen und Goslar, die am Messestand des Landes Niedersachsen für das Modellvorhaben „Dorf ist nicht gleich Dorf“ Werbung machen.

Über seine Aufgabe als Dorfmoderator berichtete auch Andreas Stänger aus Schlarpe. Während am Wochenende vor allem Besucher zum Essen auf die Messe gekommen seien, war an den Werktagen mehr Gelegenheit zu Gesprächen, berichtet Stänger. Ziel sei es gewesen, die Idee der Dorfmoderation vorzustellen.

Anlass für das 2016 vom Land gestartete Projekt ist der demografische Wandel. Dörfer, die neue Wege auszuprobieren möchten, um das Leben auf dem Land attraktiv zu halten, sollen durch qualifizierte Dorfmoderatoren unterstützt werden. Dazu lernen diese zum Beispiel, Entwicklungsprozesse im Ort anzustoßen und zu begleiten, für eine Abstimmung zwischen Ortsrat und Vereinen zu sorgen und eine integrierende Gesprächsatmosphäre im Dorf herzustellen.

Aus Sicht von Andreas Stänger, der sich bislang mit Esther Graepler (Volpriehausen) am Bollert um die Dorfmoderation kümmert, ist das Modell ein Erfolg. Alle Gewinnerdörfer des Wettbewerbs „Unser Dorf fährt elektrisch“ hätten Unterstützung durch die Dorfmoderation gehabt, führt er als Beispiel an.

Aufgabe der Dorfmoderatoren sei es, Leute zusammen zu bringen, Gelder einzuwerben und Ideen in die richtige Richtung zu bringen, sagt Stänger. Eine neue Idee hat er schon: ein Kinder- und Jugendprojekt in Schlarpe.

Die Dorfjugend soll sich dabei Gedanken über ihr Dorf machen, sagen was gut und was schlecht ist und was sie gern hätte. Weil die Ergebnisse in einer Einwohnerversammlung öffentlich vorgestellt werden, sollen die Teilnehmer mindestens zehn Jahre alt sein. Um das Projekt mit Unterstützung eines Moderators der Freiwilligenakademie Niedersachsen umzusetzen, ist Stänger derzeit noch auf Sponsorensuche.

Interesse an seiner Aufgabe gibt es auch. Gerade haben weitere Dorfmoderatoren aus dem Uslarer Land ihre Weiterbildung abgeschlossen: Friedbert Leßner (Verliehausen), Sybille Damme-Kaufmann (Gierswalde), Stefan Kreike (Gierswalde), Carolin Klinge-Gruettner (Gierswalde) und Annika Wilke (Schlarpe).

Wer Interesse an der Dorfmoderation hat, kann sich an Andreas Stänger wenden, Telefon 0 55 73/16 75.  shx

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