Planungen für 2021

Drei Bauprojekte im Uslarer Land bis Ostern fertig

Riesending: Beim Ausbau der Ernst-Reuter-Straße im Uslarer Industriegebiet wurde unter anderem diese Sedimentationsanlage eingebaut.
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Riesending: Beim Ausbau der Ernst-Reuter-Straße im Uslarer Industriegebiet wurde unter anderem diese Sedimentationsanlage eingebaut.

Was sind die größten Baustellen und Projekte im neuen Jahr im Uslarer Land? Die Bauverwaltung mit ihrem Leiter Volker Mäder und Diethelm Breker (Tiefbau) gaben ausführlich Auskunft.

Uslar - Dabei machte Uslars Bürgermeister Torsten Bauer auf den besonderen Umstand aufmerksam, dass der Haushalt für 2021 als Folge der Coronavirus-Pandemie noch nicht verabschiedet ist, die wichtigsten Bauvorhaben aber aufgrund von Verpflichtungsermächtigungen ermöglicht sind. Damit ist der Stadtverwaltung gestattet, bestimmte Projekte auszuschreiben und die Aufträge dafür auch zu vergeben.

Das wirke sich positiv auf die Kosten aus, wenn die Stadt ziemlich früh im Jahr ausschreiben könne. Grundsätzlich, so Bauer, werde die Stadt ihren Konsolidierungskurs beibehalten.

Wilhelm-Raabe-Straße in Uslar

Zu den großen Baustellen gehören in erster Linie drei, die im vorigen Jahr begonnen wurden und fortgesetzt werden. Das ist in Uslar die Wilhelm-Raabe-Straße, die vom Wolfhagen zum Feuerwehrhaus hinaufführt und bis Ostern fertig werden soll. Es handelt sich um eine aufwendige Baustelle mit Erneuerung der Kanäle und der Straße inklusive der Fläche vor dem Feuerwehrhaus und der Problematik, dass die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen jederzeit ausrücken können muss und relativ viel Publikumsverkehr wegen zweier Arztpraxen an der Straße herrscht.

Die Beeinträchtigungen durch die Baustelle seien bisher insgesamt erträglich gewesen. Der Bürgermeister und die Bauverwaltung würdigten das Engagement aller Beteiligten und Betroffenen, alles auf sachlicher Ebene gehalten zu haben. Der Bürgermeister dankte den Beteiligten und lobte ausdrücklich die Heimatzeitung, die anfangs vor allem auf die geänderte Verkehrsführung hingewiesen und berichtet habe.

Beteiligt sind an der Wilhelm-Raabe-Straße die Stadt mit dem Straßenausbau, der Abwasserbetrieb der Stadt mit Kanalarbeiten und die Stadtwerke GmbH mit der Erneuerung der Versorgungsleitungen. Kosenanteil der Stadt: 600 000 Euro.

Ernst-Reuter-Straße in Uslar

Der Ausbau der Ernst-Reuter-Straße im Uslarer Industriegebiet, der Ende Oktober begonnen hat, liegt sogar noch vor dem Zeitplan: Der Tiefbau für die Stichstraße hinunter zur Firma Biker’s Point sei erledigt, jetzt gehe es um Anschlüsse, Borde und Gossen. Die Stichstraße ist mit 300 000 Euro veranschlagt. Kalkuliert sind für die Ernst-Reuter-Straße bis zur Kurt-Schumacher-Straße Gesamtkosten in Höhe von einer Million Euro.

Insgesamt profitiere man davon, dass für den Ausbau der Stichstraße und den weiterhin stattfindenden Verkehr ausreichend Platz zur Verfügung stehe und dass die hiesige Firma Menneke, die als Subunternehmen eingesetzt ist, ihre Erfahrung und ihre örtlichen Kenntnisse einbringe, heißt es. Wenn die Asphaltwerke nach dem Winter wieder öffnen, könne asphaltiert werden, und das Projekt Stichstraße ist bis Ostern abgeschlossen, so lange alles normal laufe.

Wallstraße in Gierswalde

Ein ganz spezieller Fall ist die Wallstraße in Gierswalde. Bei den Kanalbauarbeiten im vorigen Jahr kam es zu unvorhersehbaren Problemen, sodass die Bauarbeiten verlängert werden mussten. Im Mittelpunkt der Problematik steht, dass ein Bachlauf im Kanal geführt wird, der wegen der Einmündung in den Rehbach kaum Spielräume habe, was die Einbauhöhe unter der Straße angeht. Hinzu komme, dass die EAM wegen der Enge unter der Straße ihr Stromkabel zum Teil verlegen muss.

Volker Mäder und Diethelm Breker sprechen von einem sehr sensiblen Bereich, für den fast nur Sonderlösungen geschaffen werden mussten. Bisher habe man für die Verrohrung gut die Hälfte geschafft, auch die schlimmste Ecke, so Mäder, ist inzwischen gemacht. Geplant ist, bis Ostern fertig zu werden. Kostenpunkt: 225 000 Euro.

Amselweg in Uslar

Für den Amselweg in Uslar, in dem die Stadtwerke GmbH aus haushaltstechnischen Gründen und der Abwasserbetrieb der Stadt im Oktober mit dem Kanalbau begonnen haben, will die Stadt die Straßenbauarbeiten so ausschreiben, dass sie nahtlos nach Ostern beginnen können. Dabei geht es auch um den Ausbau der Spitzkehre zur Sohnreystraße.

Insgesamt will die Bauverwaltung im Bereich Eichhagen-West Vorsorge treffen, dass verkehrstechnisch alles funktioniert, wenn die Großbaustelle für den neuen Kreisel an der Alleestraße/Wiesenstraße mit dem Landkreis als Bauherr losgeht. Hintergrund ist, dass dann die Zufahrt von der Alleestraße zur Sohnreystraße gesperrt wird, der Eichhagen damit eine wichtige Zufahrt für die Zeit des Kreiselbaus verliere.

Die Coronavirus-Pandemie hat im Amselweg indirekt Auswirkungen auf den Ausbau: Die übliche Anliegerversammlung kann nicht stattfinden. Dafür verschickt die Stadt Anliegerbriefe, in denen auch steht, wie man reagieren kann, wenn zum Beispiel Fragen zu klären sind.

Baugebiet Papenfeld in Volpriehausen

Wie der Amselweg in Uslar ist auch die Erschließung des zweiten Bauabschnitts für das Baugebiet Papenfeld in Volpriehausen per Verpflichtungsermächtigung im Uslarer Haushalt abgesichert. Die erfreuliche Nachricht lautet: Alle 18 Bauplätze sind verkauft. Die Planungen für den Kanal- und den Straßenbau laufe auf Hochtouren, sagte Uslars Baumanagement-Leiter Mäder. Die Arbeiten sollen zeitnah ausgeschrieben werden.

Das ist geplant, wenn der Etat 2021 steht

Sobald der Haushalt der Stadt Uslar für das Jahr 2021 verabschiedet ist, holt die Bauverwaltung die Pläne für die Ladestraße in Allershausen wieder heraus. Sie waren dort hineingelegt worden, berichten Baumanagement-Leiter Volker Mäder und Diethelm Breker (Tiefbau), weil die unvorhersehbaren Zusatzarbeiten an der Wallstraße in Gierswalde der Ladestraße vorgezogen wurden.

Die Ladestraße, die vom Bahnübergang in Richtung Kornhaus und Bollensen führt, steht aufgrund ihres maroden Zustands schon länger auf der Wunschliste der Allershäuser und der Stadt.

Die Bauverwaltung kündigt außerdem an, Anfang Februar den Bauantrag für die Uferwand am Rehbach in Bollensen und den Hirtensteg zu stellen, das ist die Fußgängerbrücke an der Furt. Vorausgesetzt, das Projekt steht wie bisher geplant im Etat 2021, könnte es in der zweiten Jahreshälfte noch begonnen werden. Hintergrund: Die Uferwände sind schon sehr marode. Die Zeit dränge.

An der Heerbergstraße in Fürstenhagen sind nach den Unwetterfolgen im vorigen Jahr erste Schäden repariert worden. Volker Mäder und Diethelm Breker sprechen von Notmaßnahmen. Hinzu kam, dass es sehr schwierig war, überhaupt eine Firma für die Arbeiten zu finden.

Die Schwierigkeiten dürften vor allem darin bestehen, eine Lösung zu finden, um Unwetterschäden wie zuletzt künftig zu verhindern. Das Problem ist, die Verantwortlichkeiten und Beteiligungen zum Beispiel mit der Forstabfuhr zu klären, um eine Entwässerung an dem auch von der Forst genutzten Weg in der Feldmark zu erreichen. Denn von dort komme bei Starkregen das Wasser als den Sturzbach ins Dorf.

Insgesamt, so erklärte Diethelm Breker, sind es 30 bis 35 Bauprojekte, um die sich die Bauverwaltung in diesem Jahr zu kümmern habe. So stünden auf der Liste unter anderem Hochwasserschutzmaßnahmen in Eschershausen und Sohlingen und der Bau von Parkplätzen für das Feuerwehrhaus in Sohlingen.

Fortgesetzt werden soll die sukzessive Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Im vorigen Jahr ist das für Wiensen komplett erfolgt und für den Großteil der Straßenlampen in Gierswalde sowie teilweise bereits in Sohlingen. Wichtig ist zudem, die Fördergeldbeantragung nicht aus den Augen zu verlieren.

Diethelm Breker denkt darüber hinaus ans Thema Stadtentwicklung und speziell an die Mühlenstraße in Uslar und ihre künftige Rolle als Verbindungsstück zwischen Altstadt und Wiesenstraße generell und den maroden Zustand des Mühlenstraßenstücks im unteren Teil in Richtung Kreisel im Besonderen.

Die Wallstraße in Gierswalde ist ein ganz spezieller Fall wegen des Kanals mit Bachlauf.
Noch Baustelle: Die Wilhelm-Raabe-Straße in Uslar mit Blick vom ehemaligen Ilse-Theater aus.

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