Das ehemalige Krankenhaus Uslar soll ein Seniorenheim werden

Frühjahr 2012: Damals schloss das Uslarer Krankenhaus insolvenzbedingt seine Pforten. Seitdem ist es ungenutzt. Im Oktober 2014 zog die Uslarer Tafel in die Küche im Keller des Gebäudes. Jetzt soll aus dem Haus ein Senioren- und Pflegeheim werden. Archivfoto:  Dumnitz

Uslar. Das Uslarer Krankenhaus, seit April 2012 geschlossen, ist verkauft. Daraus soll ein Senioren- und Pflegeheim werden. Das berichtet die Uslarer Firma Sven Woythal Immobilien auf Anfrage der HNA.

Firmenchef Sven Woythal und sein familiärer Berater und Vater Harald Woythal haben das Krankenhaus nach eigenen Angaben gekauft und auch schon einen Käufer. Dabei handelt es sich laut Woythals um eine auswärtige Gruppe, die in Uslar eine vollstationäre Pflegeeinrichtung betreiben will.

Woythals nannten schon Details: Geplant sind 81 Pflegebetten sowie diverse Wohnungen für betreutes Wohnen. Dafür würden mindestes 40 Vollzeitarbeitsplätze und mindestens 20 Teilzeitjobs entstehen. Vorgesehen sei, noch in diesem Jahr die ersten Patienten aufzunehmen, sagten Sven und Harald Woythal zum Zeitplan.

Über den Kaufpreis ist nach Angaben Woythals Stillschweigen vereinbart worden. Die Planungen und die Baubetreuung hat das Uslarer Ingenieur-Büro Hans-Peter Hakansson übernommen.

Das Objekt biete mit seinen vorhandenen Räumlichkeiten beste Voraussetzungen für eine Pflegeeinrichtung: Aus den Vier- bis Sechsbettzimmern würden Einzelzimmer. Zudem sei das Haus bereits barrierefrei und behindertengerecht. Und: Nicht nur der Leerstand sei bald beendet, sondern es entstünden 60 Arbeitsplätze, nannten Woythals die Vorteile ihrer Pläne.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer sagte zum Verkauf des ehemaligen Krankenhauses, dass er es begrüße, wenn ein Immobilie wieder einer Nutzung zugeführt werde. Leerstand sei die schlechteste Alternative.

Wenn ein Senioren- und Pflegeheim entstehe, habe das positive Auswirkungen auf die Innenstadt und führe zu einer Belebung der Wirtschaft insgesamt. Es sei darüber hinaus gut, dass es jetzt passiere. Denn je mehr Zeit verstreiche, desto schwerer werde die Nutzung einer solchen Immobilie durch Dritte. (fsd)

Die Uslarer Tafel hat durch den Verkauf des ehemaligen Uslarer Krankenhauses ein Problem: Sie ist als Mieter der Küche des Gebäudes gekündigt worden und muss raus.

Wie Sven Woythal als Käufer sagte, sei in dem geplanten Senioren- und Pflegeheim eine eigene Küche vorgesehen. Deshalb würden die Räumlichkeiten benötigt. Die Tafel habe die Kündigung Ende 2014 erhalten. Damit habe aber seine Firma nichts zu tun, vielmehr trete als Vermieter der früherer Krankenhausbetreiber, die Gesundheitszentrum Solling-Oberweser GmbH, mit Geschäftsführer Wilfried Gründel auf.

Die Tafel bestätigt das und befindet sich in einem Dilemma: Sie habe erst jetzt einen neuen Standort gefunden, der aber noch nicht bezugsfertig sei. Sie hoffte, dass sie die Übergangszeit bis zum 1. Juni im alten Krankenhaus bleiben könne. Doch am Donnerstag sei die Ankündigung der Zwangsräumung gekommen.

Das sorgt für Empörung beim ehrenamtlich geführten Vorstand, wie Gerry Eger berichtet und auf Beistand von Bürgermeister Torsten Bauer verweist. Sie könne nicht verstehen, wie mit ihnen und vor allem den 350 Bedürftigen, die von der Tafel mit Lebensmitteln versorgt werden, umgegangen werde. Eger: „Dass sie darunter leiden müssen, kann nicht rechtens sein.“

Dabei sei die Tafel nicht untätig gewesen. Doch sie könne sich nicht Räume aus den Rippen schneiden. Das neue Domizil, für das die Vertragsunterzeichnung für Karfreitag vorgesehen war, habe erst jetzt zur Verfügung gestanden. Die Tafel akzeptiere die Kündigung und wünsche dem Projekt Seniorenheim alles Gute. Da sei es doch kein großes Verlangen, „uns die wenigen Wochen zu geben“.

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