Zwangsversteigerung

Ehemaliges Uslarer Krankenhaus ist verkauft

Wahrscheinlich wird das Ex-Krankenhaus in Uslar zu einer Pflegeeinrichtung mit angegliederten Flächen für externe Heilberufe. Das teilt Marion Morfeld, Kaufmännische Leiterin der Firma Hoko Verwaltungs-GmbH (Soest) auf Anfrage der HNA Sollinger Allgemeine mit.

Uslar - Das Unternehmen, Geschäftsführer ist Patrick Deyerl, hat das Gebäude im Sommer bei einer Zwangsversteigerung erworben. Über den Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben. Letzter Besitzer der Immobilie war die Stadtsparkasse Grebenstein. Die Hoko Verwaltungs-GmbH will sich für erste Abstimmungsgespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung treffen, um über die weitere Nutzung dieses zentralen Objektes zu reden.

„Aktuell befinden wir uns noch in der Vorprojektierung und planen zurzeit eine Nutzung im Bereich der Pflege-/Serviceimmobilie“, schreibt Morfeld. Vorgesehen sei, die vorhandenen Bestandsgebäude größtenteils zu erhalten und bei Bedarf durch einen angegliederten Neubau zu ergänzen.

Uslars Bürgermeister Torsten Bauer freut sich über die Gesprächsbereitschaft der Hoko GmbH, vor allem, weil es sich bei der Immobilie um ein „Schlüsselgrundstück“ zwischen der Innenstadt und der Wiesenstraße als Haupteinkaufsstraße handele.

Für eine Pflegeeinrichtung sei die Anbindung an die Wiesenstraße ebenso nützlich wie die Altstadt für das Freizeitangebot mit Geschäften und Cafés. Bauer geht davon aus, dass bereits in der ersten Jahreshälfte 2021 mit dem Gebäude etwas passiere.

Das Krankenhaus hatte einst über 100 Betten, zum Schluss nur noch 30, als es im März 2012 wegen Insolvenz geschlossen wurde. Betreiber waren zunächst die Stadt und später der Landkreis Northeim. 2006 übernahm das Gesundheitszentrum Oberweser (Lippoldsberg) das Haus bis zur Schließung. Zwischendurch wollte das Uslarer Immobilienbüro Woythal das Gebäude bereits als Seniorenheim mit 100 Plätzen und 80 Beschäftigten umnutzen. Aus den ehrgeizigen Plänen wurde nichts.

Von 2015 bis Ende 2016 wurde das Gebäude dann vom Land Niedersachsen als Außenstelle des Lagers Friedland als Flüchtlingsunterkunft genutzt, die Leitung hatte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Zeitweise lebten bis zu 200 Flüchtlinge in der Einrichtung, Platz war für 450 Personen. Mitte Oktober 2016 zogen die letzten dort untergebrachten Flüchtlinge aus, seit Anfang 2017 steht die Ex-Klinik wieder leer.

Immer wieder kam es zu Einbrüchen in das leer stehende Gebäude. Mittlerweile sind viele Zugangsmöglichkeiten gesichert abgesperrt.

Ein Aufreger waren Krankenakten aus dem ehemaligen Krankenhaus-Betrieb, die in einem Keller des Gebäudes aufbewahrt wurden. Im Sommer 2017 wurden die Akten, die noch 22 Jahre lang aufbewahrt werden müssen, im Klinik- und Rehazentrum Lippoldsberg eingelagert.

Soll voraussichtlich als Pflegeeinrichtung genutzt werden: Das ehemalige Uslarer Krankenhaus. Zu sehen ist der hintere Eingang für die frühere Ambulanz.

Rubriklistenbild: © Jürgen Dumnitz

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