Theateraufführung

Schauspieler Bernd Lafrenz schlüpft in Uslar in 16 Rollen

Bernd Lafrenz am 25. November 2021 beim Gastspiel im ev. Gemeindehaus in Uslar, engagiert vom Literatur- und Kunstkreis Uslar. Ein Mann, 16 Rollen in „Was ihr wollt“: Wendet sich Lafrenz dem rosa Stoff zu, spielt er Viola, wendet er sich dem Hut zu, ist er der Kapitän, der sich mit ihr aus Seenot an die Küste Illyriens gerettet hat.
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Ein Mann, 16 Rollen in „Was ihr wollt“: Bernd Lafrenz beim Gastspiel im ev. Gemeindehaus in Uslar, engagiert vom Literatur- und Kunstkreis Uslar.

Bernd Lafrenz glänzte in Uslar mit dem Shakespeare-Stück „Was ihr wollt“.

Uslar – Vermutlich kennt niemand Shakespeare so genau wie Bernd Lafrenz. Mit dem Stück „Was ihr wollt“ war er jetzt beim Literatur- und Kunstkreis Uslar auf der Bühne im evangelischen Gemeindehaus zu Gast und begeisterte die 25 Zuschauer.

Was sich wenig anhört, ist in Corona-Zeiten viel. Nahezu alle mit Abstand aufgestellten Stühle waren besetzt. Denn Lafrenz ist bekannt in Uslar, er ist hier zuvor schon vier mal mit seinen Shakespeare-Interpretationen aufgetreten, jedes mal mit großem Erfolg.

Der geborene Kieler mit Lebensmittelpunkt in Freiburg ist deutschlandweit für seine besondere Fähigkeit berühmt und geschätzt. Lafrenz spielt nicht nur außerordentlich viele Shakespeare-Stücke, er spielt auch alle Rollen in den Stücken selbst, und zwar allein auf der Bühne.

Ob es wie in „Was ihr wollt“ 16 Rollen sind oder in „Macbeth“ 31. Er ist zudem sein eigener Requisiteur und Bühnenausstatter. In „Was ihr wollt“ sind es ein paar Bambusstäbe in verschiedenen Längen, dazu ein paar angespitzte Zaunpfähle, ein paar Stöcker, eine Leinwand, etwas Stoff und Fischernetz, ein paar Kordeln, umfunktionierte Büstenhalter, ein runder Stauraum-Hocker und verschiedene Kopfbedeckungen, aus denen er je nach Bedarf auf offener Bühne ein untergehendes Segelboot, zwei Schlösser und die verschiedenen Figuren entstehen lässt.

In der Komödie geht es um Liebe und Verwechslung. Die Zwillinge Viola und Sebastian sind auf einer Schiffsreise, als das Boot untergeht und Sebastian im Meer verschwindet. Viola wird gerettet, landet in Illyrien und gibt sich beim dortigen Herzog Orsino als junger Mann aus.

Sprachgewandt, wie sie ist, schickt sie Orsino als Bote zu seiner Angebeteten. Diese Gräfin Olivia ist in Trauer um ihren Vater, will eigentlich nichts von Orsino wissen, verliebt sich aber in seinen Boten – nicht ahnend, dass dieser Bote eigentlich eine Frau ist.

Zufällig taucht der tot geglaubte Sebastian auf und wird von Olivia mit seiner Schwester verwechselt, weil sich beide so ähnlich sehen. Am Ende siegt die Liebe, Olivia heiratet Sebastian, und auch Viola findet mit Orsino ihr Glück.

Anfangs noch ein bisschen mit angezogener Handbremse unterwegs, wird die Spielfreude von Bernd Lafrenz von Minute zu Minute überzeugender. Weil es gar nicht so einfach ist, dem Stück zu folgen, wenn die Rollen sehr schnell wechseln, erklärt er zwischendurch, worum es gerade geht und bindet sein Publikum mit ein.

So endet der Theaterabend in Uslar an der Kreuzstraße mit lang anhaltendem Applaus der Zuschauer und einer Extra-Belohnung für den Schauspieler. Er erhält aus der Hand von Justus Pahlow vom Literatur- und Kunstkreis noch eine Solling-Stracke und eine Flasche Bier für die Reise. (Gudrun Porath)

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