Krieggräberstätte Salzderhelden

Neue Tafel erinnert an die jungen Opfer der sinnlosen letzten Schlacht

Eine neue Erinnerungstafel an der Kriegsgräberstätte Salzderhelden.
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Eine neue Erinnerungstafel wurde auf der Kriegsgräberstätte Salzderhelden im kleinen Kreis unter Corona-Bedingungen eingeweiht.

Schüler aus dem Wahlpflichtkurs Geschichte der Klassen 7 und 8 der Löns-Realschule Einbeck haben eine Geschichts- und Erinnerungstafel für die Kriegsgräberstätte in Salzderhelden erarbeitet.

Salzderhelden – Das Schulprojekt wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut, die Recherchen wurden vom Stadtmuseum und Stadtarchiv Einbeck unterstützt.

Die Kosten der Tafel trug vor allem die Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim, außerdem halfen der Ortsrat Salzderhelden und der Kommunale Bauhof der Stadt beim Aufbau der Tafel.

Die neue Tafel stellt die Kriegsgräberstätte vor und beschreibt die unterschiedlichen Schicksale der Kriegsopfer. Beispielhaft wird das Schicksal von Hugo Nalzmer aus Bollensen bei Uslar geschildert, der als 16-jähriger Junge in eine aussichtslose letzte Schlacht geschickt worden war. Er ist einer der Jüngsten, der in Salzderhelden beigesetzt ist.

28 Schüler der Löns-Realschule haben mit ihren Lehrern Kai Gosse und Sebastian Wingenter in einem Schulprojekt an der Geschichts- und Erinnerungstafel gearbeitet. Sie schildern in Text und Bildern, wer die Toten sind, welche Kämpfe 1945 dort stattfanden und welche Bedeutung die Waffen-SS hatte.

Die Kriegsgräberstätte Salzderhelden ist eine der größten in Südniedersachsen. Dort ruhen 377 Tote (17 Zivilisten und 360 Soldaten), fast alle starben am Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 bei den Kämpfen in der Region. 101 tote Soldaten gehören zur Altersgruppe von 16 bis 19 Jahren. Die getöteten deutschen Soldaten wurden zunächst an den Orten bestattet, wo sie ihr Leben verloren hatten.

1959 wurde die zentrale Kriegsgräberstätte in Salzderhelden eingeweiht. Dort befand sich zuvor das Kriegerdenkmal der Gemeinde Salzderhelden für die Toten des Ersten Weltkriegs. Ihre Namen wurden in die Wände der Gedenkhalle graviert und das Denkmal abgetragen. Die neue Kriegsgräberstätte sollte „allen Menschen ein weithin sichtbares Mahnmal für friedliches Denken und Handeln sein“, wie es damals hieß.

Bei der jetzigen offiziellen Einweihung der Tafel im kleinen Kreis unter Corona-Bedingungen appellierte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die Erinnerung an Krieg, Elend und Not in die nächste Generation weiter zu tragen. Das sei Verpflichtung der heutigen Generation, die seit mehr als 70 Jahren in Frieden leben dürfe. Salzderheldens Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller unterstützte die Bildungsarbeit der Löns-Realschule, im vergangenen Jahr habe er den Jugendlichen am Volkstrauertag die Gelegenheit gegeben, zu Wort zu kommen. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel sagte, von diesem Ort solle die Mahnung ausgehen, dass sich Geschichte nicht wiederholen dürfe. Der Volksbund wirke bei dieser Aufklärungsarbeit aktiv mit. (zfb)

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