Brief ans Ministerium: Firmen fordern Weiterbau der B241

Vereinigte Arbeitgeber: Beim Treffen am Dienstag bei der Firma Terex/Demag in Uslar unterschrieben die Unternehmensvertreter den Brief ans Bundesverkehrsministerium für den Neubau der Bundesstraße bis Bollensen, im Bild rechts Eberhardt Tegtmeyer von der Bürgerinitiative pro B 241. Foto: Schneider

Uslar. Die Bürgerinitiative pro B241 in Uslar hat die Unternehmer der Region zusammengetrommelt und einen Brief ans Verkehrsministerium geschrieben:

Sie fordern im Namen der Firmen und ihrer geschätzt 2500 Arbeitnehmer mit dieser Eingabe den Weiterbau der neuen Bundesstraße von Volpriehausen bis Bollensen.

Das Projekt, das fix und fertig in der Schublade liegt, soll im Zusammenhang mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan so schnell wie möglich in die Wege geleitet werden.

Die Arbeitsgemeinschaft der Uslarer Gewerbe- und Industriebetriebe richtet sich direkt an den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, und erinnert ihn an zwei seiner Aussagen. Zum einen hatte Ferlemann bei der Einweihung der Neubaustrecke über den Bollert im Oktober 2012 einen zügigen Weiterbau angekündigt.

Baubeginn dieses Jahr? 

Zum anderen habe er gegenüber Vertretern der Bürgerinitiative vor wenigen Wochen gesagt, dass ein Baubeginn noch vor Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015 bis 2030 nicht infrage stehe. Erlemann habe das im Zusammenhang mit weiteren Finanzierungsentscheidungen über Infrastrukturmaßnahmen gesagt, die im März getroffen werden sollen.

Hoher Verkehrswert 

Die Uslarer Arbeitgeber, die vor allem aus der gewerblichen Wirtschaft kommen, begründen ihre Forderung damit, dass der Abschnitt Volpriehausen - Bollensen für ihre Unternehmen einen hohen Verkehrswert habe, „weil sich damit der am Bollert begonnene Ausbaustand bis vor die Tore unserer Stadt fortsetzen würde“. Die Arbeitgeber verweisen darauf, dass der Neubauabschnitt um einige hundert Meter kürzer ist als die bisherige Trasse und die langen Ortsdurchfahrten Volpriehausen und Gierswalde umgangen werden. Vor allem die Straße durch Gierswalde erreiche aufgrund von unfallträchtigen Einengungen nicht einmal Kreisstraße-Niveau.

Die Uslarer Unternehmer verweisen ferner auf eine schnellere Erreichbarkeit der östlich von Uslar gelegenen Krankenhäuser nach der Schließung des Uslarer Hauses - aus ihrer Sicht vor allem im Fall von Betriebsunfällen. „Die Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter gebietet den Eintritt für einen zügigen Straßenbau“, steht in dem Brief.

Hinzu komme, dass in Uslar zunehmend ein Mangel an Fachkräften bestehe, die von außerhalb angeworben werden müssen. Für sie seien kürzere Fahrtzeiten zum Arbeitsplatz ebenso wichtig wie für die Menschen, die außerhalb Uslars einen Arbeitsplatz haben.

Und: Führungskräfte seien im ländlichen Raum nur dann zu gewinnen, wenn sie ihren Wohnsitz im Oberzentrum Göttingen fänden oder es mit überschaubaren Fahrtzeiten erreichten. Zumindest würden sie eine gute Anbindung dieses wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkts der Region erwarten. (fsd)

Eine Firma ist schon nach Göttingen gezogen

m Brief der Uslarer Arbeitgeber ans Bundesverkehrsministerium zum Weiterbau der B 241 machen die Unternehmer auch auf die wirtschaftliche Lage in Uslar im Zusammenhang mit der Verkehrsanbindung aufmerksam.

Einige Arbeitgeber hätten wegen der Verzögerungen beim Weiterbau der neuen Bundesstraße Erweiterungsentscheidungen zurückgestellt und in einem Fall mit einer Betriebsverlagerung nach Göttingen reagiert. Auch der größte gewerbliche Arbeitgeber, die Firma Terex MHPS GmbH (ehemals Demag), habe bei der Betriebsübernahme zunächst einmal eine befristete Standortzusage gegeben. Eine kontinuierliche Verbesserung der Verkehrsanbindung sei daher von entscheidender Bedeutung.

Die Arbeitgeber erinnern den parlamentarischen Staatssekretär Ferlemann an den seit 2009 rechtsverbindlich planfestgestellten Ausbauabschnitt und insgesamt die Bedeutung der Anbindung Uslars an die Autobahn 7. Sie geben ferner zu bedenken, dass für das Neubauprojekt B 241 im Jahr 1986 schon 11,1 Millionen DM für einen vorzeitigen Grunderwerb im Bereich der Trasse aufgewendet wurden und auch die Betriebsverlagerung der Firma Spänex von Volpriehausen nach Uslar mit 6 Millionen DM finanziert wurde.

Rückendeckung durch Politik 

Unterstützung erfahren die Arbeitgeber durch die Stadt Uslar und den Landkreis sowie durch hiesige Bundes- und Landtagsabgeordnete. (fsd)

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